Du fühlst dich einsam und schlecht gelaunt? Vielleicht liegt’s am Binge Watching

Eigentlich schauen wir Serien ja zur Entspannung. Übermäßiges Serien-Süchteln, besser bekannt als Binge Watching, kann allerdings das Gegenteil bewirken und sogar unserer Gesundheit schaden.

Frau schaut Serien am Laptop

"Oh mein Gott, habt ihr gestern Grey‘s Anatomy gesehen??“ Hach, irgendwie schon schade, dass die Zeiten vorbei sind, in denen wir uns darauf gefreut haben, mit unseren Freund*innen vor der ersten Schulstunde oder beim morgendlichen Kaffee in der Arbeit die letzte Folge unserer Lieblingsserie bis ins kleinste Detail zu diskutieren. Mittlerweile gibt es kein sehnsüchtiges, wochenlanges Warten auf die nächste Episode mehr, heutzutage werden Serien in einem Sitz durchgebingt – wer zu langsam ist, läuft Gefahr, gespoilert zu werden.

Binge Watching isoliert uns

Das Bingen hat allerdings – neben der offensichtlichen Tatsache, dass man seine Zeit auch für Nützlicheres verwenden könnte, eh logisch – einige Nachteile, insbesondere für unsere psychische Gesundheit. Binge Watching isoliert uns nämlich von anderen: Einerseits, weil wir viele Stunden alleine daheim vor TV oder Laptop verbringen; Andererseits, weil wir uns ausgeschlossen fühlen, wenn wir nicht mitreden können, weil wir nicht das Staffelfinale von Stranger Things gesehen haben.

Sozialer Druck

Eigentlich schauen wir ja Netflix & Co, weil wir einfach mal abschalten und uns vom Alltagsstress erholen wollen, manchmal wird das Streamen aber sogar zur Belastung, weil wir das Gefühl haben, einer Pflicht nach zu kommen. Wir empfinden einen sozialen Druck, "on top of things“ zu sein und die neuesten Serien- und Filmtrends nicht zu verpassen.

Stress statt Entspannung

Vor allem für Menschen, die unter Anxiety Disorder (Angststörung) leiden oder Konzentrationsschwierigkeiten haben, kann Binge Watching genau das Gegenteil von Entspannung bedeuten. Gerade nach einem langen Arbeitstag ist es nämlich ziemlich schwierig, sich auf die vielen Eindrücke, die auf einen einprasseln zu konzentrieren und alle Informationen gut zu verarbeiten. Durch das wöchentliche Serien-Schauen hatten wir genug Zeit, das Gesehene zu verdauen und uns mit anderen auszutauschen.

Mögliche Folge: Schlafprobleme und Depressionen

Verschiedene Studien zeigen, dass Binge Watching zudem auch zu schlechterem Schlaf führen kann, da das bläuliche Licht der TV- oder Laptop-Screens und die Stimulation unseres Gehirns uns daran hindern, einzuschlafen. Auch Depressionen können eine Folge der Isolation durch stundenlanges einsames Serien-Schauen sein.

Lieber gemeinsam schauen

Anstatt alleine auf der Couch einen mehrstündigen Serienmarathon hinzulegen, verabredet euch lieber mit Freund*innen zum gemeinsamen Schauen. Wenn ihr gemeinsam über das Gesehene plaudert, kommt die soziale Komponente nicht zu kurz und ihr verarbeitet Informationen besser. Außerdem macht es doch gleich viel mehr Spaß, wenn ihr euch gemeinsam über die miserable achte Staffel von Game of Thrones aufregen könnt, oder? ;-)

 

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