Drei Dinge, die du über das neue Plastikverbot der EU wissen solltest

Die EU plant drastische Maßnahmen, um Plastikmüll zu reduzieren. Die Strategie dürfte für fast jeden im Alltag spürbare Veränderungen bringen.

Der Kampf gegen Plastikmüll nimmt Fahrt auf: VertreterInnen der EU-Institutionen haben sich nach zwölfstündigen Verhandlungen am Mittwoch auf eine Reduktion von Einwegplastik geeinigt. Die vorläufige Einigung zwischen den EU-Staaten und dem Europaparlament gab die österreichische EU-Ratspräsidentschaft bekannt. Das Verbot soll dazu beitragen, die Unmengen Plastikmüll in der Umwelt und in den Weltmeeren einzudämmen. In Kraft treten werden die Änderungen voraussichtlich in etwa zwei Jahren.

Das Verbot dürfte für jeden Veränderungen im Alltag mit sich bringen. Wir haben die drei wichtigsten Fakten zusammengefasst: 

Strohhalme

1: Was wird genau verboten?

Verboten werden Produkte für die es bereits nachhaltigere Alternativen zu Plastik gibt, darunter Wattestäbchen, Teller, Besteck, Strohhalme und Luftballonstäbe. Spürbar reduziert werden soll der Verbrauch von Produkten, für die es eine solche Alternative noch nicht gibt, etwa Plastikbecher und Lebensmittelverpackungen. Deckel von Einwegflaschen aus Kunststoff dürfen fünf Jahre nach Inkrafttreten der Regelung nur noch in Umlauf gebracht werden, wenn sie mit der Flasche verbunden sind, damit sie nicht einzeln in der Umwelt landen.

2: Was passiert mit anderen Plastikprodukten?

Bestimmte Produkte mit einem gewissen Kunststoffgehalt zum einmaligen Gebrauchen sollen gekennzeichnet werden und es muss auf negativen Umweltauswirkungen hingewiesen werden. Darunter fallen Hygieneeinlagen, Trinkbecher und Feuchttücher

Teil der neuen Strategie ist auch die Beteiligung von HerstellerInnen an den Kosten für die Sammlung und Verwertung der betreffenden Produkte. So könnte beispielsweise die Tabakindustrie künftig für das Einsammeln von Zigarettenstummeln zur Kasse gebeten werden.

3: Welche Folgen wird das Verbot haben?

Die EU-Kommission verspricht sich von dem Plan große Umweltvorteile. Die Maßnahmen sollen den Ausstoß von Kohlendioxid um 3,4 Millionen Tonnen verringern. Bis 2030 könnten Umweltschäden im Wert von 22 Milliarden Euro vermieden werden, hieß es. VerbraucherInnen könnten bis zu 6,5 Milliarden Euro sparen.

UmweltexpertInnen kritisieren jedoch, dass das Verbot nur minimale Auswirkungen haben wird. Mikroplastik, das auch in Pflegeprodukten enthalten ist, Hauswandfarben oder Verpackungen seien nämlich das größere Problem. Es sollte "eine umfassendere Strategie" geben, meint Henning Wilts, Leiter des Forschungsbereichs Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie in der "Wirtschaftswoche". So müsste etwa recyceltes Plastik subventioniert werden, statt Einwegverpackungen sollten Mehrwegverpackungen gefördert und mit Pfandsystemen unterlegt werden.

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