„Dramatischer Handlungsbedarf“: Heute ist Welterschöpfungstag

Heute ist jener Tag, an dem die Ressourcen der Erde für dieses Jahr verbraucht sind. Der Tag ist heuer so früh wie noch nie.

Welterschöpfungstag, Klimawandel, Klimakrise, World Overshoot Day

Ab heute leben wir ökologisch gesehen auf Pump, sprich: Wir schreiben Schulden bei der Natur. Die Menschheit hat zum heutigen Tag alle nachhaltig verfügbaren Ressourcen für dieses Jahr verbraucht. Dieser Tag ist jedes Jahr ein bisschen früher: 2018 fiel er auf den 1. August, 2017 auf den 2. August.

Berechnet wird der sogenannte "Earth Overshoot Day" jährlich von der Organisation Global Footprint Network. Dazu wird die global verfügbare Biokapazität (also die Fähigkeit der Ökosysteme, Nahrung und Naturstoffe bereit zu stellen und Schadstoffe abzubauen) dem Fußabdruck der Menschheit (also die Inanspruchnahme dieser Naturleistungen) gegenübergestellt. Ist die Beanspruchung größer als der mögliche Nachschub, spricht man von einem "Ecological Overshoot".

Es wäre genug für alle da

Ein gutes Leben wäre mit den natürlichen Ressourcen grundsätzlich für alle möglich, ist Wolfgang Pekny von Global Footprint Network überzeugt. "Selbst zehn Milliarden Menschen könnten mit unserer Erde auskommen und dabei gut leben, wenn sie sich klug genug anstellen", so Pekny.

Insgesamt bietet die Erde rund 12,2 Milliarden Hektar Fläche, die bioproduktiv genutzt werden kann. Rein rechnerisch ergibt das 1,7 globale Hektar, die jeder Mensch nutzen könnte. ÖsterreicherInnen beanspruchen mit ihrem durchschnittlichen Lebensstil aktuell allerdings ca. 6,0 globale Hektar. Das heißt: Der österreichische Welterschöpfungstag ist mit dem 9. April noch früher als der global berechnete. Würden alle Menschen weltweit auf ähnlich großem Fuß wie ÖsterreicherInnen leben, bräuchten wir jährlich über drei Planeten. Für den US-amerikanischen Lebensstil bräuchte es sogar fast fünf Planeten. Die untenstehende Grafik zeigt basierend auf den Berechnungen vom Vorjahr, wann in welchem Land der World Overshoot Day genau ist - und damit also auch, wann die globalen Ressourcen aufgebraucht wären, würden alle Menschen so leben wie in jenem Land:

Umweltorganisationen warnen vor Kollaps der Ökosysteme

Sowohl die Plattform Global Footprint Network, als auch WWF, Global2000 und Greenpeace warnen allesamt vor dem Zusammenbruch unserer Ökosysteme. Es besteht "dramatischer Handlungsbedarf" und es braucht eine umgehende Kurskorrektur, wenn wir die Ressourcen nicht jährlich immer früher verbraucht haben wollen. Gelingen könne das nur mit dem konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien. In Österreich sind wichtige Maßnahmen aktuell durch den Regierungsbruch in Gefahr. Gesetze, die die notwendigen Rahmenbedingungen für den Ausbau nachhaltiger Energien geschaffen hätten, konnten nicht mehr beschlossen werden.

Umso wichtiger ist das Ziel des heutigen Aktionstages, nämlich: auf die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen der Erde hinzuweisen und in das Bewusstsein der Menschen – und vor allem auch der Politik – zu rücken.

 

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