Dr. Oetker regt mit sexistischer Fußball-Werbung auf

"Back deinen Mann glücklich!" Mit diesem Slogan will Dr. Oetker Frauen ansprechen - doch das ging ziemlich daneben. Unser Fail der Woche.

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland naht. Und damit auch jede Menge an entbehrlicher und sexistischer Werbung. Wie wir alle wissen, ist das die Zeit, in der Frauen in der Werbung gerne und ausschließlich auf ihr Äußeres und/oder ihre Kochkünste reduziert werden.

So auch bei Dr. Oetker in der Schweiz. Der Backmittelhersteller sorgt derzeit mit einer Werbung mit dem Titel "Back deinen Mann glücklich!" für Aufsehen. Darauf zu sehen: eine Frau, die eine Torte in Form eines Fußballs hält, mit dem Zusatz "auch wenn er eine zweite Liebe hat".

Auf Twitter wird die Werbung bereits mit Humor auf die Schaufel genommen: "Und, wie backt ihr eure Männer so? Meiner ist am glücklichsten bei 180 Grad Umluft, 50 Minuten. Dann geht er auch schön auf", witzelt eine Userin. "Ich sehe keinen Unterschied zur 50er-Jahre-Werbung von Dr. Oetker: "Eine Frau hat zwei Lebensfragen: 'Was soll ich anziehen?' und 'Was soll ich kochen?'", kommentiert eine andere.

Dr. Oetker: "Werbung mit Ironie"

Die Firma selbst sieht das jedoch nicht so. Dr. Oetker Schweiz sagt auf Anfrage von "20 Minuten": "Die Kampagne Love Cake inklusive des aktuell öffentlich diskutierten Fussballmotivs wurde von einem Team ausschliesslich aus modernen Frauen und teilweise auch Teilzeit arbeitenden Müttern entwickelt. Wir haben das Fussballmotiv jedoch offensichtlich nicht auf diese Weise interpretiert, sondern verstehen es auch mit einer gewissen Ironie." Unter dem Hashtag #lovecakeOetker sollen Menschen Fußball-Kuchen für ihre Liebsten backen: "Wir freuen uns darüber, wenn der Mann die Frau glücklich backt, der Enkel den Opa oder die Schwester den Bruder." Aus diesem Grund seien in der Kampagne auch unterschiedlichste Menschen zu unterschiedlichsten Gelegenheiten zu sehen.

Wir hätten da ein paar Neuigkeiten an das Dr. Oetker-Team: Nur weil "moderne Frauen" das Sujet gestalteten, ist es nicht weniger sexistisch. Dass Frauen in die Küche gehören, sollte ruhig in den Werbungen der 50er-Jahre bleiben - und ein Geschlechterklischee so plump zu verbreiten, hat mit Ironie oder Neuigkeitswert wenig zu tun. Und im Jahr 2018 hat es sowieso nichts verloren.

Zur Serie: Der Fail der Woche "zeichnet" in unregelmäßigen Abständen besonders frauenfeindliche und sexistische Sager oder Internet-Fundstücke aus.

Aktuell