Dolce&Gabbana lanciert Kollektion für islamische Frauen

Das italienische Modehaus wagt sich auf ein neues Terrain. Und muss dafür aber auch Kritik einstecken.

Mode in islamisch geprägten Ländern ist immer noch ein hartes Pflaster. Besonders für Frauen, die Designer aus westlichen Ländern schätzen, ist es schwer, Teile dieser in der Öffentlichkeit zu tragen, ohne mit ihrem eigenen Glauben in Konflikt zu geraten.

Der Markt für Mode, die mit dem muslimischen Glauben in Vereinbarkeit steht, ist daher (zumindest von Designerhäusern in Europa oder Amerika) weitgehend unerschlossen - birgt allerdings großes Potenzial.

Das haben auch die Designer Domenico Dolce und Stefano Gabbana erkannt und lancierten nun erstmals eine Kollektion, die speziell für islamische Frauen entworfen wurde:

Die Kollektion namens "Abaya" wurde auf Instagram präsentiert und sorgte prompt für heftige Diskussionen:

Die "Abaya"-Collection besteht aus mehreren Hijabs (Kopftuch) sowie Abayas (einem langen Mantel).

Mehrheitlich in schwarz gehalten und mit arabischen Ornamenten versehen, passen sich die Kleidungsstücke den islamischen Traditionen an, spiegeln aber trotzdem die künstlerische Linie des italienischen Traditionshauses wieder.

Islamische Mode im Mittelpunkt

Dolce & Gabbana ist allerdings nicht das erste Modehaus, das kürzlich versuchte, sich der islamischen Welt zu nähern. Vor einigen Monaten erregte H&M großes Aufsehen, als sie in einer ihrer Kampagnen, mit einer kopftuchtragenden Frau, die neue Kollektion bewarben.

Kritik gibt es trotzdem von allen Seiten. Traditionelle Muslima ärgerten sich via Instagram beispielweise über die üppige Verzierung der Designs: "Sie entspricht nicht der Bescheidenheit, die unsere Kleidung ausdrücken soll", so eine verärgerte Userin.

Ob man mit der Idee nun glücklich ist oder nicht, ein kluger Schachzug war die Kollektion auf jeden Fall: Nicht nur aus PR-Sicht, sondern vor allem wirtschaftlich, wird die Kollektion sicherlich Erfolg haben.

Ein gelungener Ausbruch aus dem stereotypen Denken der Modewelt und der kategorischen Ignoranz gegenüber der reichen islamischen Kultur, ist dieser Schritt allerdings auf alle Fälle.

 

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