Doktor Spa

Ärzte im Wellnesshotel: Die neuen Medical Spas kombinieren Hightech-Medizin und fernöstliche Entspannungsprogramme. Unser Guide verrät, wann und für wen die Relax-Sprechstunde Sinn macht. Plus: die besten Adressen für Ihr Gesundheits-Weekend.

Statt Spitalshemden tragen die Patienten kuschelige, weiße Bademäntel. Die Untersuchungszimmer offenbaren sich als durchdesignte Wohlfühloasen. Und anstelle von Krankenhausmief weht einem der Duft teurer Aromakerzen entgegen. Willkommen in der Welt der Medical Spas!

Galt es vor einigen Jahren noch als schick, flächendeckend Themensaunen zu installieren, so halten sich heute viele Hoteliers einen Arzt. In Amerika zählen Medical Spas zum schnellst wachsenden Bereich der Wellnessbranche. Und auch bei uns schießen die medizinischen Relax-Refugien wie Schwammerl aus dem Boden. Sprechstunde im Luxushotel? „Von Botox bis zum Fitnessplan wird alles angeboten“, weiß Dr. Andreas Kiss, praktischer Arzt und medizinischer Leiter der Health Consulting GmbH, einem Unternehmen, das auf das Thema Gesundheitsvorsorge spezialisiert ist.

Doch Vorsicht: „ Medical Spa kann leider oft alles oder nichts bedeuten.“ Medizin ist kein Bauchladen, aus dem man sich je nachdem, was gerade „in“ ist, bedient. Kiss ortet bei vielen Häusern noch einen Mangel an klaren Strukturen. Dabei, so der Experte, könnten gut geführte Medical Spas bei der Krankheitsprävention eine große Rolle spielen.

Was passiert in einem ­Medical Spa? Der Großteil der Angebote richtet sich an übergewichtige Menschen – die vom hohen Blutdruck bis zu Rückenschmerzen unter zahlreichen Zivilisationskrankheiten leiden. Spezielle Programme gibt es auch für gestresste und burnoutgefährdete Patienten. „Wichtig ist, dass es nicht nur beim Durchchecken bleibt. Der Patient sollte auch einen Plan bekommen, in dem seine Ziele betreffend Ernährung, Entspannung und Bewegung definiert sind“, betont Kiss. „Im Idealfall besucht man ein Medical Spa alle drei Monate für ein verlängertes Wochenende und bekommt regelmäßige Updates.“

Medical Spas mit Schwerpunkt Schönheitsbehandlungen wiederum locken die Baby-Boomer-Generation, die mit welchem Mittel auch immer die Jugend verlängern will. Dementsprechend breit ist das Angebotsspektrum: Es reicht vom Anti-Aging-Kochkurs bis zur Botoxinjektion, vom Menopausen-Management bis zum Lasertreatment.

Was der Unterschied zum kosmetischen Spa ist? Der zuständige Arzt sollte tatsächlich ständig anwesend und in alle Behandlungsabläufe involviert sein. Was ein Medical Spa von einem normalen Spa unterscheidet, ist beispielsweise der Einsatz von verschreibungspflichtigen Medikamenten und Eingriffen wie Faltenunterspritzungen, die nicht von der Kosmetikerin durchgeführt werden.

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