"dm" verärgert Kundinnen mit Schönheitswahn im Kreißsaal

"Wie schön müssen Mamis im Kreißsaal sein?" Die Drogeriekette dm hat sich mit einem Artikel zu dieser Frage keinen Gefallen getan. Ob unglückliche Formulierung oder ernstgemeint: Userinnen und Kundinnen reagierten empört.

Die Drogeriekette dm hat vor kurzem für große Aufregung gesorgt: Unter dem Titel „Wie schön müssen Mamis im Kreißsaal sein?“ beschäftigte man sich auf der österreichischen Website mit den „Gedanken über rasierte Beine, pedikürte Füße oder ein leichtes Make up für das erste Foto mit dem neuen Erdenbürger“ – denn diese würde sich der Auffassung der Autoren ein Großteil der Schwangeren machen. „Ein Friseurbesuch eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin, einmal Fußpflege, Maniküre samt Handmassage oder eine kleine Gesichtsbehandlung – das tut einfach gut. […] Mit dem tollen Nebeneffekt, dass man danach auch noch besser aussieht.“

Screenshot Artikel meindm.at Schönheit Kreissaal


Es gehe vor allem darum, sich wohlzufühlen, wurde immer wieder betont. Doch spätestens am Ende des Artikels gingdie Formulierung kräftig daneben: In der Mobilversion wurden die Userinnen im Anschluss an den Text gefragt, ob sie der Aussage „Gepflegt und gestylt – auch bei der Geburt ist man immerhin eine Frau und möchte auch so aussehen“ zustimmen würden.

Artikel hebe "Schönheitswahn auf neue Stufe"

Der Artikel ließ schon kurz nach der Veröffentlichungen die Wogen hochgehen: Mama-Blogs und Kundinnen gingen mit dm hart ins Gericht und warfen der Kette unter anderem Sexismus vor, der Schwangere unnötig unter Druck setze und den alltäglichen Schönheitswahn auf eine neue Stufe hebe.


Das deutsche Blog dasnuf.de etwa schreibt: „Ich stelle mir dann all die Schmerzen, den Schweiß, das Blut vor, die Angst, ob alles gut geht, alle gesund bleiben, ob man das übersteht und eine Frau, deren Gedanken sich auch noch darum drehen müssen, ob sie bitte, bitte auf dem Foto, wenn das Kind endlich rausgepresst ist, GUT aussieht."


dm Österreich hat mittlerweile auf die große Welle der Kritik reagiert, sich für die Formulierung des Titels entschuldigt und den Artikel offline genommen.

 

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