Djokovic: Frauen sollen im Tennis weniger verdienen als Männer

Tennisstar Novak Djokovic fühlt sich unfair behandelt. Der Grund: Frauen bekommen im Tennis genauso viel bezahlt wie Männer.

Novak Djokovic, Tennis-Ass aus Serbien und Weltranglisten-Erster der aktuellen ATP-Liste, schockte am Wochenende mit seinem Statement nach seinem Sieg beim prestigeträchtigen Indian Wells Tournier in den USA.

Er finde es nicht fair, dass Männer und Frauen im Tennis die gleichen Preisgelder bezahlt bekommen.

"Die WTA-Verantwortlichen (=Vereinigung der professionellen Tennisspielerinnen) haben hart für identische Preisgelder gekämpft und dafür applaudiere ich ihnen. Andererseits denke ich, dass die ATP (=Vereinigung der professionellen männlichen Tennisspieler) für mehr kämpfen sollte, denn die Statistiken zeigen, dass wir bei den Herren-Matches deutlich mehr Zuschauer haben."

Die daraus resultierenden höheren Karteneinnahmen seien Rechtfertigung genug, höhere Preisgelder an die männlichen Teilnehmer auszuzahlen.

Leicht gesagt bei einem geschätzten Vermögen von 110 Millionen Euro, das angeblich auf Djokovic' Konto liegt. Allein im letzten Jahr habe er laut Statistik über 20 Millionen mit seinen Siegen und diversen Werbeeinnahmen verdient. Summen, von denen die meisten Tennisspielerinnen nur träumen können.

Denn auch im Tennis ist Sexismus immer noch ein großes Problem. Auch, wenn es auf den ersten Blick so scheinen mag, verdienen Frauen im Tennissport trotzdem bei einigen Tournieren weniger als ihre männlichen Kollegen.

Das zeigt auch diese Grafik:

Und sowieso. Frauen sind einfach anders

Leider blieb es nicht nur bei einer fragwürdigen Aussage des Tennisstars. Wenig später meinte er in einem Interview etwa: "Frauenkörper sind anders als Männerkörper. Sie müssen ganz andere Dinge verkraften als wir. Hormone und sowas, wir müssen hier nicht ins Detail gehen. Die Damen wissen, was ich meine".

Äußerungen, die unschöne Erinnerungen an ÖSV-Chef Peter Schröcksnadel hochkommen lassen, der letztes Jahr etwa meinte: "Frauen sind andere Wesen" oder "eine Frau spricht anders als der Mann" (mehr dazu hier).

Spielerinnen sollen auf die Knie fallen

Djokovic' Sager ging ein heftig umstrittenes Statement des Turnierdirektors Raymond Moore voraus, in dem es hieß, dass Frauen im Tennis "an den Rockschößen der Männer hängen würden". Die Damen-Profiorganisation WTA befinde sich lediglich "im Schlepptau der Männer" und treffe keine eigenen Entscheidungen", so der Südafrikaner.
Moore: "Wenn ich eine Spielerin wäre, würde ich jede Nacht auf die Knie fallen und Gott danken, dass Roger Federer und Rafael Nadal geboren wurden, weil sie wirklich diesen Sport getragen haben".

Moore entschuldigte sich nach heftiger Kritik für seinen Sager. Zuvor hatte Weltranglisten-Erste Serena Williams bereits heftige Kritik am Tournierdirektor geübt: "Wir Frauen sind einen langen Weg gegangen und sollten niemals vor irgendjemanden auf die Knie fallen".

Auch die Tourniergewinnerin Wiktoria Azarenka meinte nach Spielende, dass "Sexismus immer noch ein Problem in der Welt" sei, "nicht nur im Sport".

Übrigens: Laut einer Studie der BBC aus dem Jahr 2014 werden in 30 Prozent der Sportarten, in denen Preisgelder ausgeschüttet werden, die Männer besser bezahlt als die Frauen. So viel also zu "unfairer" Behandlung.

 

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