Dinge am Gilmore Girls Revival, die einfach keinen Sinn gemacht haben

Das Gilmore Girls Revival war da, es war nett, und es hat teilweise wenig Sinn gemacht.

Die gesamte Gilmore Girls-Fanbase hat sich ein Jahr lang auf das Revival "Gilmore Girls - A Year in the Life" gefreut, und seien wir uns ehrlich: So gehypt wie das Revival war, ist die Wahrscheinlichkeit, entäuscht zu werden, ziemlich groß. Die Reaktionen waren unterschiedlich, aber großteils waren die Fans zufrieden. Wie viel davon an uneingeschränkter Gilmore Girls-Loyalität liegt, bleibt natürlich offen. Die Eingangsszenen waren gespickt mit Nostalgie und Referenzen an die Serienanfänge: Lorelai hat Schnee gerochen, Miss Pattys Ballerinas haben getanzt, Luke's Kaffee hat quasi durch den Bildschirm nach diesem unverwechselbaren Kleinstadtcharme aus dem Jahr 2000 gerochen.

Aber bei dem Versuch Stars Hollow ins Jahr 2016 zu manövrieren, sind ein paar Ungereimtheiten passiert. Rory ist ein wenig unsympathischer geworden und es gab auch ein paar Dinge, die einfach keinen Sinn gemacht haben.

1) Das Muscial einfach

Warum mussten wir einfach 20 Minuten aushalten, in denen willkürlich zu singen und tanzen angefangen wurde? Wir haben uns für Gilmore Girls - A Year in the Life entschieden und nicht Evita - Das Musical. Das letzte Mal hat Singen im Serienfinale von "Hart of Dixie" so willkürlich stattgefunden, das war auch eigentlich eine nette Serie, bis man uns dieser Peinlichkeit ausgesetzt hat. Das Level an "peinlich berührt sein" war in Gilmore Girls nicht ganz so hoch, dafür hat es gefühlt 100 Mal so lange gedauert und war ehrlicherweise einfach sehr langweilig.

2) Die kleinen Sklavenkinder

Anfang der zweiten Folge sind Lorelai und Rory im Freibad von Stars Hollow und sonnen sich voll angezogen auf Liegestühlen. Aus nicht näher erläuterten Gründen halten zwei offenbar versklavte Kinder ihre Sonnenschirme und bringen Getränke. Das ganze soll wohl irgendwie ein charmanter Witz sein? Schon klar, dass Lorelai und Rory total "quirky" und eigen sind, aber lasst doch bitte einfach die Kinder spielen! Es gibt a) Schirmständer und b) Bikinis, beides vorzügliche Möglichkeiten, Hitzestaus vorzubeugen, ohne die Nachbarskinder zu missbrauchen.

3) Was ist dieses ominöse Meeting mit "Condé Nast"?

Als Menschen, die selber bei einem Verlag arbeiten, sind wir relativ sicher, dass es nicht einfach Meetings mit einem ganzen riesigen Verlag ohne konkreten Betreff gibt, nur weil man einfach die großartige Rory Gilmore ist. Und was soll das für eine interessante Reportage über das "In der Schlange stehen in New York" sein? Will das irgendwer lesen? Verstehen die Gilmore Girls-Autoren Journalismus?

4) Paris Gellar hätte einfach niemals eine Meinung zu Tristan.

Fassen wir zusammen: Paris Gellar ist eine hocherfolgreiche 32-jährige Fruchtbarkeitsspezialistin, die zwei Kinder, eine Karriere, eine Scheidung hinter sich und ein ziemlich beeindruckendes Haus in Brooklyn hat. Und sie hat einen Auszucker weil sie für zwei Sekunden ihren High School-Schwarm sieht? Das glaub ich nicht, Tim. Paris Gellar mag viele Sorgen haben, vor allem wie sie junge Hengste für ihre Samenbank rekrutieren kann und wie sie weiterhin wie ein Ladyboss die Welt erobern wird. Tristan Dugray gehört nicht dazu.

5) Die unendlichen Transatlantik-Flüge

Wie kann die Serie einfach ignorieren, dass Rory kein Geld für Unterwäsche hat, aber buchstäblich jede zweite Szene in London ist? Die meiste freischaffenden Journalisten kämpfen mit dem Überleben aber Rory Gilmore jettet wöchentlich um die ganze Welt um einen Mann zu sehen, der eigentlich mit jemand anderem verlobt ist? Ach ja, lasst uns nicht die wichtigen alkoholgetränkten Meetings mit der halbprominenten Naomi vergessen, bei denen nichts weitergegangen ist oder beschlossen wurde. Die Produzentin Amy Sherman-Palladino hat in einem Interview mal erklärt, Rory hätte die Flüge mit Vielfliegermeilen bezahlt, was ehrlicherweise wie ein fauler Versuch wirkt, eine fahle Storyline zu rechtfertigen.

6) Und wo wir schon dabei sind: Die Beziehung zu Logan

Rory hat bis zu ihrem 32. Lebensjahr keinen One-Night-Stand gehabt, aber hat kein Problem damit, mit ihrem verlobten Ex-Freund eine Affaire oder Offene Beziehung oder was auch immer zu haben? Und dafür fliegt sie wöchentlich von New York nach London? Er scheint sie irgendwie zu lieben, also warum sind sie nicht einfach zusammen? Warum wird das nie erklärt?

7) Mr. Kim hat sich nicht die letzten 17 Jahre im Busch versteckt.

Mr. Kim hat einfach während 7 Gilmore Girls-Staffel keine Erwähnung bekommen, daher gingen wir davon aus, dass Mrs. Kim verwitwet oder geschieden war oder Mr. Kim noch in Südkorea war. In der Neuauflage winkt er auf einmal lustig in die Kamera, und die Serie tut so, als wäre er schon die ganze Zeit da gewesen und es war nur herziger Scherz (schon wieder so einer), dass wir ihn nie gesehen haben. Wo war er dann bei Lanes Hochzeit? Der Geburt ihrer Kinder? Warum wurde er 7 lange Staffeln lang nicht erwähnt? Leute, das macht einfach keinen Sinn!

8) Emily Gilmore würde niemals T-Shirts tragen oder ein Hausmädchen anstellen, das sie nicht versteht.

Die Storyline war natürlich, dass Emily sich durch den Tod ihres Mannes verändert hat und weicher wurde, aber sie hat keine Gehirntransplantation bekommen! Ihre ganze Persönlichkeit hat 7 Staffeln lang darauf basiert, dass sie ihre Hausmädchen gefeuert hat, Berta und ihre unendlich wachsende Familie wären nicht länger als eine Woche bei Emily Gilmore geblieben. Sie trägt T-Shirt und Jeans? Geh bitte.

9) Rory hat 2016 3 Handys.

Warum braucht sie ein Arbeitshandy, ein Privathandy und ein Stars Hollow-Handy? Sie hat nicht mal einen fixen Arbeitgeber, der ihr ein Telefon zur Verfügung stellen würde? Kann sie nicht einfach ein Dualsim-Handy nehmen?

10) Lorelai würde niemals in die Wildnis gehen um sich zu finden.

Lorelais Definition von einem selbstgemachten Essen ist eine Packung Schokolade-Kekse, die sie im Auto aufmacht. Warum sollte diese Frau plötzlich auf einen Selbstversorgungstrip in die Natur gehen? Sie hasst die Natur. Jegliche Form von Selbsterkenntnis würde sie realistischerweise mit einem abfälligen Scherz bedenken und dann mit einem Coffee-to-go auf ein Macy Gray Konzert gehen.

 

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