Dieses Werbeplakat ist zu "anstößig"

Ein Plakat des Kosmetikkonzerns "Lush" in Australien sorgt für Kritik. Darauf sind nackte Frauen von hinten zu sehen. Das einzige "Problem" scheint aber zu sein, dass die Frauen echt sind.

Das Plakat ist Teil einer Werbekampagne "Go Naked" des Kosmetikkonzerns "Lush", der auf unnötige Verpackungen und die daraus resultierende Umweltverschmutzung hinweisen will. Bei vielen Frauen stößt die innovative Werbeidee auf Begeisterung - doch andere bezeichnen die Darstellung der nackten Frauen als unangebracht, anstößig oder pornografisch. Die Frauen auf dem Bild sind Mitarbeiterinnen der Firma, denen das Thema enorm wichtig ist.

Did you know that over 100 of our products are completely naked? Join us in stripping off all the excess packaging! Read more here: www.lush.com.au/shop/info/147/

Posted by LUSH Australia on Mittwoch, 26. August 2015

Es gingen einige Beschwerden beim australischen Büro für Werbestandards ein. Unter anderem wird "Effekthascherei" kritisiert. "Es ist pornografischer Natur und verletzt die Standards der Öffentlichkeit und von Eltern", lautete eine der Beschwerden. Eine andere kritisiert: “Es zeigt nackte Frauen, die andere nackte Frauen berühren und das in einem öffentlichen Raum." Das Plakat wurde daraufhin wegen zahlreicher Beschwerden aus den Geschäften entfernt.

Die Frage bleibt jedoch, ob die gleiche Kritik auch bei einem Plakat mit schlanken Frauen hervorgebracht werden würde. Das Unternehmen "Lush" gab schließlich folgendes Statement an die Öffentlichkeit: “Die Fotos wurden nicht gemacht, um Aufmerksamkeit zu erlangen, sondern mit allergrößtem Respekt gegenüber diesen wundervollen Menschen und ihrer Hingabe für den Zweck. Das Bild ist völlig unretouchiert, da wir denken, dass wir uns nicht für unsere Körper in ihrer natürlichen Form schämen sollten und dass jeder einzelne von uns in seiner Vielfalt schön ist, abseits seiner Hautfarbe, Form, Größe oder Lebensentscheidungen."

Der australische "Lush"-Chef ließ auch verlautbaren, dass sich der Konzern weiterhin für Empowerment einsetzen würde und nicht wolle, dass sich Menschen schlecht fühlen, "weil wir nur noch Körper sehen, die nicht real sind, weil sie derart retuschiert wurden".

 

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