Dieses Vulva-Memory macht intime Tabus spielerisch zunichte

Das "Mumury" konfrontiert mit tief-sitzenden Berührungsängsten und zeigt, dass unsere Vulva nicht zum Schämen sondern Lieben da ist.

Pussy Pairs Mumury

"Mumu", "Pussy", "da unten" - über Vulven zu sprechen ist für viele immer noch ungewohnt, sie zu sehen noch viel mehr. Weibliche Geschlechtsmerkmale sind gesellschaftlich vielfach mit Tabus verbunden, sie daraus zu lösen ist auch im Jahr 2019 noch keine Selbstverständlichkeit. Die Künstlerin Gloria Dimmel will das ändern und hat deswegen ein Spiel erfunden, mit dem du nicht nur dein Gehirn trainierst - sondern gleichzeitig auch Berührungsängste abbaust.

Finde die passende Pussy!

Bei "Mumury" (also Mumu-Memory) müssen SpielerInnen wie beim klassischen Memory das richtige Paar aus verschieden aussehenden Pussys finden. Das Schöne an dem Spiel ist, dass die Karten unterschiedliche Vulva-Formen abbilden und dadurch nicht nur Vorurteile abbauen, sondern auch Akzeptanz schaffen.

Pussy Pairs

Schließlich empfinden immer noch viele Frauen ihre Vulven als "nicht schön genug", entsprechende Schönheitsoperationen sind seit Jahren im Aufwind. Davon abgesehen schaffen die Spielkarten vor allem eines: das wir, Frauen* oder Männer*, darüber reden - und ästhetische Zweifel und lähmende Scham endlich beiseite legen. "Totschweigen ist nicht die Lösung, denn es hält Betroffene auch in einem größeren Kontext davon ab, Ungerechtigkeit aufzuzeigen, Übergriffe zu melden und die respektvolle, sexuell erfüllende oder auch medizinische Behandlung zu verlangen, die ihnen zusteht", so Erfinderin Dimmel über ihr "Pussy Pairs" Mumury.

Das Spiel soll in erster Linie natürlich Spaß machen, hat aber auch einen pädagogischen Hintergrund. So könnte das Mumury etwa auch im Aufklärungsunterricht zur Anwendung kommen.

Für Gloria Dimmel, die hinter dem Mumury steckt, ist es nicht die erste Außereinandersetzung mit dem weiblichen Geschlechtsorgan. Seit 2017 arbeitet die Künstlerin auch an einem Projekt zur Sichtbarmachung der "Vulva", indem sie entsprechende Repliken aus Gips herstellt, sammelt und ausstellt. Für sie ist das Mumury ein spielerischer Weg um abwertende Vorurteile gegen Frauen abzubauen. "Besonders die Sexualität, Lust und die Sexualorgane weiblicher und non-binärer Körper werden von der Gesellschaft zensiert und mit Scham oder abwertenden bzw. aussparenden Bezeichnungen wie Fotze, Fut oder 'da unten' belegt", so Dimmel in einer Aussendung.

Wie bekomme ich mein Mumury?

Interessierte können Glorias Projekt seit dem Frauentag (8.März 2019) auf der Crowdfunding-Plattform Startnext unterstützen. Als Dankeschön für die Spende gibt es bei Erreichen des Spendenziels je nach Höhe des Beitrags Goodies in Form von Mumurys, Gipsabdrücken oder Kunstobjekten. Teile des Erlöses jedes verkauften Spiels werden zudem an karitative Projekten zur Förderung von Frauenrechten (etwa zur Bekämpfung von weiblicher Genitalverstümmelung) gespendet. Ein bisschen mehr Mumu-Liebe könnte die Welt also gleich in vieler Hinsicht ein bisschen besser machen.

 

Aktuell