Dieses SNL-Lied nimmt Feminismus perfekt auf die Schippe

Man kann einfach viel falsch machen bei intersektionalem Feminismus. Das hat auch Saturday Night Life erkannt.

Letzten Samstag war Ariana Grande Gastgeberin und "Musical Guest" bei der amerikanischen Late-Night Sketch-Comedy-Show "Saturday Night Life". Neben ihren grandiosen Immitationen von Britney Spears, Celine Dion, Shakira, Rihanna und Whitney Houston, brachte die Folge uns auch "This is a not a feminist song".

Für das Lied zogen die Autorinnen aus, um eine feministische Hymne zu schreiben, nur um dann zu entschließen, dass das zu kompliziert ist, weil man zu viel falsch machen kann, und doch lieber zuhause zu bleiben. Und wir kennen das ja: Bei jeder feministischen Debatte muss man aufpassen, dass man niemandem auf die Füße steigt. Frauen sollen nicht auf ihr sexualisiertes Äußeres limitiert werden, aber dürfen auch nicht gescholten werden, wenn sie sich selbst dazu entscheiden, sich so darzustellen. Taylor Swift macht sich stark für junge Frauen, aber wird kritisiert, weil sie sich nicht politisch genug äußert, schwarze Kultur aneignet und Kolonialismus romantisiert. Feminismus ist hart! Man muss auf so viel Acht geben und die Linien sind fein!

Statt also die richtigen Worte zu finden, schreiben die Autorinnen lieber kein feministisches Lied, weil dann kann man ja auch nichts flasch machen, oder? Statt der Empowerment-Hymne gibt es also lieber weichgespülte Bilder von unterschiedlich aussehenden Frauen am Strand, der Hände einer alten Frau (nicht, dass es schlecht wäre, alt zu sein) und das willkürliche Ausrufen feministischer Ikonen wie Malala Yousafai und Ruth Bader Ginsburg. Und natürlich hat jede Frau auch das Recht, sich gegen das Lied zu entscheiden! Die absolute Draufgabe ist dann nur noch der Mann, der fragt: "Where are men in this feminist song?" und damit perfekt pointiert, dass es keinen Frauentag und keine Feminismusdebatte gibt, in der Männer nicht fragen, wo sie darin vorkommen.

 

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