Dieses Plakat sorgt weiterhin für Diskussionen

Die Plakat-Kampagne des Sportwettenanbieters bet-at-home stößt vielen sauer auf. Völlig zu Recht.

"Die Werbung, die bet-at-home überall in Wien aufgehängt hat, ist zutiefst sexistisch [...]. Es stellt den Mann als Voyeur mit Fernglas dar, der eine Frau anschaut, die natürlich nackt ist, man sieht ihren Rücken bis runter zum Hintern. Und auf dem Bild wird die Frau so dargestellt, als würde sie sich auch noch über diesen voyeuristischen Blick freuen. Die Werbung ist zutiefst geschmacklos und frauenverachtend."

Das ist nur eine der unzähligen Beschwerden, die beim österreichischen Werberat aufgrund der Plakatkampagne des Sportwettenanbieters bet-at-home anlässlich der Fußball-EM eingegangen sind. Das Ergebnis: die Aufforderung zum sofortigen Stopp der Kampagne bzw. sofortigen Sujetwechsel. Passiert ist jedoch: gar nichts.

2.1 Geschlechterdiskriminierende Werbung:
1. Werbung darf nicht aufgrund des Geschlechts diskriminieren.
1.1. Geschlechterdiskriminierende Werbung (sexistische Werbung) liegt insbesondere vor, wenn
d) die Person in rein sexualisierter Funktion als Blickfang dargestellt wird, insbesondere dürfen keine bildlichen Darstellungen von nackten weiblichen oder männlichen Körpern ohne direkten inhaltlichen Zusammenhang zum beworbenen Produkt verwendet werden.
b) die Gleichwertigkeit der Geschlechter in Frage gestellt wird;


1.1 Allgemeine Werbegrundsätze:
5. Werbung darf nicht die Würde des Menschen verletzen, insbesondere durch eine entwürdigende Darstellung von Sexualität oder anderweitig diskriminierende Darstellungen.

„Die Erfahrungen mit der sexistischen Werbung eines Wettanbieters während der Fußball-EM haben die Grenzen der Selbstkontrolle durch den Werberat wieder einmal aufgezeigt“, stellt die Grüne Frauensprecherin Berivan Aslan in einer aktuellen Aussendung fest.

Grünen-Politikerin Aslan fordert schärfere Gesetze


„Wochenlang wurden wir in Österreich mit diesem sexistischen Sujet belästigt, überlebensgroß an jeder dritten Hauswand. Gegen solche Verstöße brauchen wir eine bessere gesetzliche Handhabe“, sagt Aslan. „Im Gleichbehandlungsgesetz muss verankert werden, dass sexistische und frauenfeindliche Werbung keine Chance hat“, fordert die Grüne.

„Sinnvoll wäre auch die Klagbarkeit von sexistischer Werbung, die sexualisierte Körper ohne Produktbezug darstellt. Gleichzeitig braucht es für die verurteilten Unternehmen empfindliche Geldstrafen, um sie zum Umdenken zu bewegen.“ Einen entsprechenden Antrag wird die Frauensprecherin der Grünen im Herbst im Parlament einbringen.

Gegenkampagne mit nacktem Männerhintern


Zwischenzeitlich gab es zumindest eine kreative Gegenkampagne der Plattform "20.000 Frauen". Diesmal auf dem Plakat: ein nackter Männerhintern. "Solange Alltagssexismus als Unterhaltung, als Gag und als Normalität gesehen wird, solange Kampagnen auf Busen, Bein und Po von jungen Models fixiert sind, solange braucht es subversive Bilder und Texte, die den herrschenden heteronormativen Blick in Frage stellen", schreibt die Plattform auf ihrer Seite.

Es dauerte jedoch keine 20 Minuten, bis Facebook das Foto entfernte, weil es gegen die Gemeinschaftsstandards verstoße, wie die "Wiener Zeitung" berichtet.

Der Wettspielanbieter ist bereits ein "Dauerkunde" beim Werberat


Sexismus ist jedoch leider ein ganz normaler Teil der Werbung von "bet-at-home" - und dafür hagelte es bereits in der Vergangenheit Beschwerden und Kritik. Im Jahr 2011 bebilderte das Unternehmen etwa den Satz "Sie lieben Handball?" mit zwei Männerhänden, die auf Frauenbrüste greifen.

 

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