Dieser preisgekrönte Stuhl soll das Ende des Manspreadings sein

Wie man Männer am Manspreading hindert? Indem man sie auf Stühle setzt, auf denen sie gar nicht anders sitzen können, meint eine Designerin.

Designerin erhält Preis für "Anti-Manspreading-Stuhl"

Man kennt das ja: auseinandergeklappte Männerbeine, die in den öffentlichen Verkehrsmitteln Platz für mindestens zwei weitere Personen beanspruchen. Riesige Hoden voll empfindlichen Platzbedürfnisses dürften wohl kaum der Grund dafür sein, es handelt sich eher um Dominanzgesten im öffentlichen Raum. Im deutschsprachigen Twitter wurde erst vor wenigen Wochen darüber diskutiert, wieviel Platz Hoden und Penisse nun tatsächlich brauchen würden. Die Meinungen gingen so weit auseinander, wie die Beine von so manch ambitioniertem Manspreader in der U3: von "sehr viel, Hoden sind super empfindlich" (Männer, ausschließlich) bis zu "Geh bitte!" (FeminstInnen) war alles dabei.

Eine feministische Designerin hat sich des Problems nun angenommen! Laila Laurel hat einen Sessel mit dreiecker Sitzfläche entworfen, der Männern gar keine andere Wahl lässt, als sich ordentlich hinzusetzen und dabei nicht doppelt soviel Raum wie nötig einzunehmen. In ihrem Abschlussprojekt "A Solution for Manspreading" hat Laurel außerdem noch einen zweiten Sessel entworfen, der Frauen dazu animiert, sich doch auch ein bisserl öffentlichen Raum zu nehmen und breitbeinig dazu sitzen. Ihre Designs sollten nicht zu ernst genommen werden, sagt die Designerin. Dennoch würden sie "ein Problem, mit dem Frauen konfrontiert sind, auf eine lustige und wortwörtliche Art illustrieren."

Laurels Design wurde nun mit dem Belmond Award für Nachwuchstalente ausgezeichnet. Die Jury würdigte ihr "mutiges, zweckorientieres Design, das die Rolle von Design im öffentlichen Raum, persönlichen Verhalten und gesellschaftlichen Fragen hinterfragt." Laurel erhält nun die Möglichkeit, ihre Sitzmöbel produzieren zu lassen, und ein 1.000-Pfund-Stipendium für projektbezogene Ausgaben.

Hasskommentare nach Preis

Der geübte Manspreader kann sowas natürlich nicht ertragen. Seit der Preisverleihung schreiben Männer verärgerte Nachrichten an die Designerin. Die wiederrum kann das nicht nachvollziehen und fühlt sich komplett falsch verstanden. Sie wolle zwar, wie sie in einem Interview mit der BBC betont, auf Alltagssexismus aufmerksam machen, hasse Männer aber nicht. Die Stühle sollten zwar schon provozieren, vor allem aber Manspreading und die zugehörige Sitzposition erfahrbar machen - und das mit einer Portion Humor! Von dem sollten sich die passionierten Verteidiger der bedürftigen Hoden eine Scheibe abschneiden.

 

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