Dieser gängige IKEA-Fehler kostete einen Jungen das Leben

Ein kleiner Arbeitsschritt, der von vielen Heimwerkern übergangen wird, sorgte in den USA bereits für mehrere tödliche Unfälle. IKEA zieht in Nordamerika nun die Reißleine.

Es ist wohl ein leichtfertiger Fehler, der uns allen beim Möbelaufbauen schon einmal passiert ist. So auch einer Familie aus den USA, deren Sohn dafür mit seinem Leben bezahlen musste.

Der 22 Monate alte Ted befand sich gerade in seinem Zimmer, als die Tragödie passierte: Ein falsch befestigtes Malm-Regal erschlug das Kleinkind, weil die notwendige Wandsicherung beim Aufbau nicht angebracht wurde.

Konkret handelt es sich um diese Wandbefestigung, deren Anbringung von vielen Leuten gerne einmal übersprungen wird:

IKEA warnt

Besonders bei Möbeln, deren Gewicht nach vorne gelagert ist, kann das fatal enden. IKEA warnt daher davor, die Befestigung nicht einfach wegzulassen, da gerade in einem Haushalt mit Kindern, schnell einmal Möbel bewegt werden und diese so in instabile Positionen geraten können.

ACHTUNG Wenn Möbelstücke umkippen, können ernste oder lebengefährliche Verletzungen durch Einklemmen die Folge sein. Um zu verhindern, dass das Möbelstück umkippt, muss es fest an der Wand verankert werden.
von Auszug Aufbauanleitung

Aufbaufehler wie diese, passieren natürlich nicht nur bei IKEA-Möbeln und können in der Regel einfach vermieden werden, da der zusätzliche Arbeitsschritt nur wenig Zeit in Anspruch nimmt.

Leider kein Einzelfall

Bei dem Unfall mit dem Jungen handelt es sich leider um keinen Einzelfall. Mittlerweile ist es der dritte bekannte Todesfall in den USA seit 2014.

Bereits seit letztem Jahr versucht IKEA mit einer groß-angelegten Aufklärungskampagne seine Käufer vor den Folgen des Aufbaufehlers zu warnen: 27 Millionen Kunden bekamen ein kostenloses Wand-Befestigungs-Set vom schwedischen Möbel-Riesen angeboten.

Die amerikanischen Eltern des im April verstorbenen Jungen haben vor, IKEA zu verklagen - sie fühlen sich nicht ausreichend informiert und machen das Möbelhaus daher für den Tod des Jungen verantwortlich.

IKEA ruft Kommoden in USA zurück

IKEA zieht nun einen Schlussstrich und gab nun bekannt, 36 Mio. Malm-Kommoden in den USA und Kanada wegen des "Mangels" zurückzurufen. In Europa werden die beliebten Kommoden allerdings weiterhin verkauft.

 

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