Dieser Chef stellte ein Jahr lang nur Mütter ein

"Mütter sind super organisiert und arbeiten wahnsinnig effizient", ist der Unternehmer überzeugt.

Michael Kasper wollte einfach nur gutes Personal finden - seine Stellenanzeige war allerdings so einzigartig, dass sie ihn in ganz Deutschland bekannt machte. Denn Michael hatte es vor allem auf eine besondere Personengruppe abgesehen: Er wollte gezielt Mütter einstellen.

Mit den Worten "Mama gesucht" machte sich der Münchner Unternehmer vor einigen Monaten auf Facebook auf die Suche nach einer geeigneten Besetzung seiner freien Stellen. Die Resonanz war enorm und legte gleichzeitig ein Problem offen, dass derzeit viele deutsche Unternehmen haben: Sie finden nicht genügend gut ausgebildetes Personal. Dank des Wirtschaftswachstums in Deutschland schreiben Unternehmen immer häufiger offene Stellen aus, die sie nicht nachbesetzen können.

Vorbehalte und fehlende Betreuung

Kasper suchte aus einem weiteren, plausiblen Grund gezielt nach Mamas, wie die Huffington Post berichtet: "Mamas sind stressresistent, gut vernetzt, oft bestens ausgebildet und können mit Kindern sowie Kindsköpfen umgehen", erklärte der Unternehmer. Wenig später landeten hunderte Bewerbungen in seinem Postfach - Kasper hatte offenbar einen Nerv getroffen.

Tatsächlich tun sich viele Mütter schwer nach der Geburt wieder in den Beruf einzusteigen. Das liegt zum einen daran, dass viele ArbeitgeberInnen weiterhin Vorbehalte gegenüber Müttern haben, andererseits finden viele Mütter keine Kinderbetreuung für ihre Kinder. Ein Problem, das auch in Österreich weiterhin dafür sorgt, dass oftmals Frauen dazu gezwungen werden, zuhause zu bleiben - obwohl sie gerne arbeiten würden.

In Deutschland gab in einer Untersuchung des Statistischen Bundesamts 2011 mehr als die Hälfte der befragten Mütter an, dass sie wegen fehlender Betreuungsmöglichkeiten nicht berufstätig wären.

"Mütter sind super organisiert und arbeiten wahnsinnig effizient"

Kaspar versteht die Vorbehalte überhaupt nicht. Im Gegenteil, er bereut seine Entscheidung Mütter einzustellen, keinesfalls, wie er im Gespräch mit der Huffington Post verrät: "Mütter sind super organisiert und arbeiten wahnsinnig effizient".

Manchmal sind auch die Kinder der Angestellten oder des Chefs im Büro, das sei kein Problem. "Wir würden auch gegenseitig unsere Kinder aus der Kita abholen, wenn der andere mal mehr zu tun hat", erklärt Sandra, eine von Kaspers neuen Mitarbeiterinnen (im Bild mit Kasper).

Kasper pocht auf ein Umdenken in der deutschen Wirtschaft, er halte die Vorurteile gegenüber Müttern im Betrieb nicht nur für diskriminierend, sondern schlichtweg dumm: "Wenn nicht bald ein Umdenken stattfindet, dann werden die Firmen ein großes Personalproblem bekommen".

Der Kommunikationsexperte ist mittlerweile schon wieder auf der Suche nach neuem, gut-ausgebildeten Personal und möchte noch stärker auf ältere ArbeitnehmerInnen in seiner Firma setzen. Auch hier sieht der Unternehmer jede Menge verstecktes Potenzial.

Ganzen Artikel lesen auf >>Huffington Post.de

Aktuell