Dieser 850-Euro Schal von Fendi sieht aus wie eine Vulva (kein Zweifel)

... und wer ihn trägt, schaut aus, als würde er gerade geboren werden.

... Ja, das ist ein Schal, der aussieht wie eine Vulva. Es ist kein sanftes Erahnen, keine subtile Anspielen oder erstauntes Wundern. Der Schal sieht aus wie die Vulva einer weißen Frau. Der Pelzbesatz sind die Schamhaare, für alle, die das noch nicht bemerkt haben. Und weil es ein Schlauchschal ist, und man seinen Kopf durchsteckt, schaut man damit aus, als würde man gerade geboren werden.

 

Die Geburt soll ja für jeden von uns ein ziemlich traumatisches Erlebnis gewesen sein. Bei dem Design könnte es sich also um psychotherapeutische Aufarbeitung handeln, und das ist eh gut, weil Kunst unter anderem ja genau das machen soll: seelische Wunden schließen. Vielleicht ist es das, was das Modehaus Fendi, unter der Leitung von Designer Karl Lagerfeld, mit dem Schalmodell "Touch of Fur" erreichen will. Das nudefarbene Stück kostet schlappe 850€, dafür kriegt man bei einem Therapeuten etwa zehn Sitzungen, und die lösen das Kindheitstrauma vielleicht auch nicht nachhaltig, halten bei Wind und Wetter nicht mal warm und bekämpfen nicht das gesellschaftliche Stigma um weibliche Geschlechtsorgane.

Vielleicht ist es ja auch das - ein feministisches Statement: Sei stolz auf deine Vulva! Halte sie nicht im Verborgenen! Jede Vulva ist schön! Trage einen Busch! Sprenge die Ketten des Patriarchats, die dir  Zeit deines Lebens eingeredet haben, dass deine Geschlechtsteile nur der sexuellen Befriedigung des Mannes dienen dürfen!

Hat Fendi nicht bemerkt, dass der Schal aussieht wie eine Vulva?

Oder aber, und da besinnen wir uns auf die Fakten, es ist einfach ein Fehler passiert und bei Fendi hat niemand bemerkt, dass ein pelzbesetzter Schlauchschal in einem hellen Nudeton aussieht, wie eine Vulva. Fendi hat das nudefarbene Modell inzwischen von der Website entfernt, die Varianten in blau und rot sind nach wie vor verfügbar. Es gibt noch ein haarloses  und günstigeres Modell in rosa, das trifft den Geist der Vulva tatsächlich nur mit ein bisschen Fantasie. Also doch keine Vulva-Revolution.

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