Diesen Einfluss hat unser Darm auf Depressionen

Diesen Einfluss hat dein Darm auf deine Psyche.

Der Darm wird immer öfter als "zweites Gehirn" bezeichnet - denn er hat viel mehr Einfluss auf uns, als wir vielleicht annehmen würden. Das sogenannte (Darm-)Mikrobiom - also die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die den Menschen besiedeln, darunter vor allem Bakterien - steuern nämlich unsere Emotionen mit.

Der Grund: sind unsere Darmbakterien wegen ungesunder Ernährung und Stress geschädigt, wird auch weniger vom Glückshormon Serotonin freigesetzt. Es wird sogar angenommen, dass bei 50 Prozent aller depressiven Menschen die Ursache im Darm liegt.

Aber welche Bakterien sind gut für uns? Und gibt es Mitbewohner, die eher Depressionen auslösen? Diese Frage stellt sich eine aktuelle Studie der Chongqing Medical University in China. Die ForscherInnen untersuchten die bakteriellen Wohngemeinschaften im Darm 44 depressiver Menschen, die bisher noch keine Medikamente eingenommen hatten und verglichen sie mit denen 44 gesunder Kontrollpersonen.

Helfen "gute" Darmbakterien gegen Depressionen?

Das Ergebnis: es konnte eine Vielzahl unterschiedlicher Bakterien im Darm gesunder und im Darm depressiver Menschen gefunden werden. Im Vergleich zu den gesunden Teilnehmern waren bei Frauen mit Depressionen mehr sogenannte Actinobacteria zu finden. Bei den an Depressionen erkrankten Männern waren dagegen geringere Zahlen sogenannter Bacteroidetes messbar als bei den gesunden Männern.

Eine weitere Studie (Guzman und KollegInnen, 2018) testete außerdem, ob die Darmbakterien einer an Depressionen erkrankten Person ähnliche Krankheitssymptome bei anderen auslösen könnten. In diesem Fall wurde das an Mäusen getestet. Und tatsächlich: Mäuse, die die Darmbakterien einer depressiven Person bekamen, zeigten typische Muster einer depressiven Erkrankung.

Weitere Forschungen wollen sich nun mit der Frage beschäftigen, ob man Depressionen am Darm erkennen kann. Außerdem könnten auch Ansätze entwickelt werden, wie Depressionen mit antidepressiven Darmbakterien behandelt werden könnten. Um vorbeugend zu handeln, raten die ForscherInnen jedoch jetzt schon zu: gesunder Ernährung, weniger Stress, Bewegung, ausreichend Schlaf, wenig Zucker und Fett.

Aktuell