In diesem Alter kommt Bettnässen am häufigsten vor

Bettnässen kommt häufiger vor, als Eltern von betroffenen Kindern oft denken. Jedes fünfte bis sechste Kind im Vorschulalter ist betroffen.

Bettnässen kommt häufiger vor, als Eltern von betroffenen Kindern oft denken. Jedes fünfte bis sechste Kind im Vorschulalter und zehn bis 15 Prozent aller Sechs- bis Zehnjährigen wachen regelmäßig in einem nassen Bett auf, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Mit einem frühzeitigen Arztbesuch sowie Verhaltensänderungen und Medikamenten gibt es sehr gute Behandlungsoptionen.

Mindestens zwei Nächte im Monat


Enuresis
, so der medizinische Fachausdruck, liegt bei ungewolltem Harnverlust an mindestens zwei Nächten im Monat vor. Das ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ab dem fünften Lebensjahr eine behandlungsbedürftige Erkrankung, wurde bei der Pressekonferenz des Hygienepapierherstellers Kimberly-Clark in Wien erklärt. Wenn das betroffene Kind noch nie trocken war, dann spricht der Arzt von einer primären Enuresis. Beginnt das Einnässen nach einer mehr als sechsmonatigen trockenen Phase, dann leidet es unter einer sekundären Enuresis.

In acht von zehn Fällen wird Bettnässen durch eine verzögerte körperliche Entwicklung verursacht. Zusätzlich spielen falsche Trinkgewohnheiten eine Rolle oder die Kinder haben einen beeinträchtigten Aufwachmechanismus, der sie den Harndrang während des Schlafes nicht spüren lässt. Bettnässen kann außerdem vererbt werden.

Sofort Initiative ergreifen


Die Eltern sollten "gleich etwas tun", wenn das Problem auftritt, betonte die Kinder-Neuropsychologin Karoline Proksch. Psychische Störungen sind selten der Auslöser der Erkrankung, aber bei fehlender Behandlung oft die Folge. "Die Kinder werden demoralisiert und schämen sich", sagte Proksch. "Es können Trauer und Wut auftreten."

Primäre Enuresis kann aber durch emotionale Störungen - etwa bei Misshandlungen oder Störungen des Sozialverhaltens auftreten. Bei der sekundären Enuresis sind belastende Lebensumstände häufiger die Ursache, erläuterte Proksch. Als Beispiele nannte die Wiener Medizinerin den Tod eines Elternteils oder Scheidungsfälle. Der Urolologe sollte daher auch zu einem Besuch beim Kinderpsychologen raten, so ihre Empfehlung.

"Einschlafrituale sind besonders wichtig, weil sie Sicherheit und Geborgenheit vermitteln", sagte Proksch. "Sie helfen, den Tag zu verarbeiten, zur Ruhe zu kommen und Ängste zu reduzieren." Proksch hob vor allem Gute-Nacht-Geschichten und das abschließende "Gute Nacht" sagen hervor. "Geschichten gehören zur kindlichen Entwicklung wie das Salz zum Ei", meinte die Psychologin.

Gute-Nacht-Geschichten helfen


Deshalb bietet Kimberly-Clark als Hersteller von DryNites Nachthöschen für Bettnässer-Kinder auf seiner Webseite nun Tipps und Gute-Nacht-Geschichten als kostenlose Hörbücher zum Download an (LINK). "Bei den Geschichten geht es nicht direkt ums Bettnässen", hob Brand Managerin Pascale Stadlin hervor. Als prominente Unterstützerin wurde Schauspielerin Sabine Petzl gewonnen. Sie liest und singt die Texte, unter anderem aus ihrem ersten eigenen Kinderbuch "Buki aus dem Elfenland".

Petzl sprach sich als Mutter dafür aus, dass Eltern ihren Kindern auch selbst vorlesen sollten. "Es geht um körperliche Nähe, Geborgenheit und Wortschatzerweiterung", sagte der TV-Star, der seine Handpuppe "Buki" dabei hatte. Die Schauspielerin plädierte für "gemeinsame Erlebnisse mit Mama und Papa oder den Großeltern" und gegen ein "vor dem Fernseher Parken der Kinder".

 

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