Diese Unternehmen zeigen vor, was die Regierung nicht schafft

Frauen in der Forschung und Kinderbetreuungskosten: zwei Firmen springen dort ein, wo die österreichische Regierung nicht agiert.

Während sich die Regierung frauenpolitisch zurückentwickelt, gibt es in der heimischen Unternehmenslandschaft Vorzeigebeispiele für eine gerechte und faire Frauenförderung.

Das erste Modell stammt aus dem schwarz-blauen Oberösterreich, wo Eltern seit Februar für Nachmittagsbetreuung ihrer Kinder zahlen müssen. Die Folge: Viele Kindergärten mussten Betreuungsangebote streichen, weil zu viele Kinder abgemeldet wurden - und viele Eltern, vor allem Mütter, müssen weniger arbeiten, um zuhause bleiben zu können.

Das Öko-Unternehmen "Grüne Erde" mit Sitz in Scharnstein (Bezirk Gmunden) hat sich daher etwas Besonderes überlegt: Die Firma will ihren Mitarbeiterinnen die Kosten für die Nachmittagsbetreuung ersetzen. Dafür gibt es laut "Grüne Erde" einen ungedeckelten Topf, alle Einreichungen werden auch erstattet - maximal 110 Euro pro Kind pro Monat gibt es für die Angestellten. Der Hintergrund ist eindeutig: "Durch die im Landtag beschlossene, kostenpflichtige Nachmittagsbetreuung in den oberösterreichischen Kindergärten verschlechtert sich für viele Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf massiv – und verschärft in letzter Konsequenz die angespannte Personalsituation für betroffene oberösterreichische Unternehmen", meint Geschäftsführer Reinhard Kepplinger.

"Es ist eine historisch schlechte Entscheidung mit fatalen Folgen, eine Strafsteuer für berufstätige Mütter, ein Rückschlag für die Gleichstellung der Frau und ein schweres Foul an den Familien", so Kuno Haas von "Grüne Erde". "Diese Maßnahme hat nicht ansatzweise sachliche Grundlagen oder politischen Weitblick: Es geht nur ums Kürzen. In weiterer Konsequenz folgen Abmeldungen und Gruppen können nicht mehr zustande kommen. Damit kippt speziell das Betreuungsangebot im ländlichen Raum."

Frauen in der Forschung bei RINGANA

Mehr Frauen in die Forschung

Ein anderes Unternehmen, diesmal jedoch in der Steiermark, hat sich Frauenförderung auf die Fahnen geschrieben. Die Rede ist vom Hartberger Frischekosmetikhersteller RINGANA, wo Frauen laut Eigenangabe ganz selbstverständlich gefördert werden. 82 Prozent der Mitarbeiterinnen sind Frauen und davon sind 18 Prozent Akademikerinnen. "Sie haben einen Hochschulabschluss und leben am Land. Das Los der Akademikerinnen im nicht urbanen Umfeld ist ein Hartes. Entweder Umziehen, gleich ins Ausland gehen, die Alternative dazu wäre noch lange Wegstrecken pendeln oder noch immer einen Job suchen", heißt es seitens des Unternehmens. Die Forschungsabteilung bei RINGANA ist voll in Frauenhand, insgesamt bekleiden zehn Frauen bei eine Führungsposition.

Zu tun habe dies sicher auch mit den Produkten, stellt das Unternehmen für Frischekosmetik klar. Und auch mit dem Nachhaltigkeitsgedanken, "den eher Frauen als Männer für wichtig ansehen". Die Mitarbeiterinnen können zwischen verschiedenen Modellen der Beschäftigung wählen, von Teilzeit bis Vollzeit. Diese Flexibilität komme besonders Familien mit Kindern, und hier vor allem Alleinerzieherinnen, entgegen. Etwas, wovon sich die schwarz-blaue Regierung wohl noch einiges abschauen könnte.

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