Diese TikTokerin zeigt, wie die Medien das Körperbild einer gesamten Generation manipuliert haben

Achtung liebe Millennials, jetzt kommt der Aha-Moment!

Diese TikTokerin macht deutlich, wie die Medien das Körperbild einer gesamten Generation manipuliert haben

Wie viele von uns verbrachte auch Bloggerin Rosey Blair die Lockdowns damit, ihre Lieblings-Feel Good-Movies von früher zu bingen. Dabei fiel ihr auf, was für ein problematisches und klischeehaftes Bild das Hollywood der 90er und Early 2000s von mehrgewichtigen Menschen gezeichnet hat.

In einer Reihe von TikTok-Videos erklärt sie, warum etwa Brittany Murphys Rolle in Clueless oder die Art und Weise, wie über Jessica Simpson in TV und Klatschblättern berichtet wurde, das Body Image der Millennial-Generation in negativer Weise beeinflusst hat.

Schauspielerinnen spielten "dicke" Charaktere – waren aber überhaupt nicht dick

"Ich war mein ganzes Leben lang übergewichtig, daher habe ich so etwas wie ein fotografisches Gedächtnis, wenn es darum geht, sich an 'Plus-Size'-Charaktere in Filmen oder Serien zu erinnern", erklärt die 32-jährige Blair im Gespräch mit HuffPost. "Als ich diese Filme vor kurzem wieder sah, bemerkte ich, dass Schauspieler*innen, die ich als 'Plus Size' abgespeichert hatte - Ashleigh Ashton Moore in Now And Then, Melanie Lynskey in Ever After – tatsächlich gar nicht 'Plus Size' waren."

Blair stellte fest, dass die meisten Schauspielerinnen, deren Rollen offensichtlich dick sein sollten, in Wahrheit nur runde Gesichter hatten, ihre Körper sich aber in der Regel nicht von den schlanken Figuren der anderen Charaktere unterschieden (als Beispiele nannte sie etwa auch Brittany Murphy in Clueless oder Ginnifer Goodwin in Mona Lisas Lächeln). Sie erinnerte sich an Interviews mit Renee Zellweger, in denen die Schauspielerin detailreich erklärte, wie mühsam und belastend es für sie war, für ihre Rolle in Bridget Jones Gewicht zuzulegen - die schon damals einen fahlen Beigeschmack bei ihr hinterließen.

Meist wurden die "dicken" Charaktere auch äußerst klischeehaft dargestellt, erklärt Blair, grundsätzlich auf negative Art und Weise. So seien sie oftmals diejenigen, die gemobbt oder von anderen belächelt werden, kein Sexualleben haben oder ständig am essen sind.

Berichterstattung über prominente Frauen prägte das Heranwachsen

In ihren TikToks erklärt Blair auch anschaulich, wie problematisch in den damaligen Medien über prominente Frauen und ihre Körper berichtet wurde, etwa über Jessica Simpson, was Blair in ihrer Teenagerzeit besonders prägte: "Als ich das Bild von Jessica sah, dachte ich: 'Oh wow! Sie sieht furchtbar aus', weil ich von den Medien manipuliert worden war. Ich erinnere mich genau daran, wie sie schrieben, Jessica hätte sich total gehen lassen, sie sähe abstoßend aus."

Auch Kate Winslet wurde lange Zeit von den Klatschblättern als für ihre Figur kritisiert – zweitweise sei sie sogar bei Castings diskriminiert und mit dem Spitznamen "Kate Weighs-A-Lot" veräppelt worden sein. Nur, weil sie nicht dem damaligen sehr schlanken Schönheitsideal à la Kate Moss entsprach.

Mit ihren Videos auf TikTok wollte Blair herausfinden, ob auch andere ihrer Generation aufgrund dieser Darstellung das Gefühl haben, ein verzerrtes Body Image davongetragen zu haben. Die heftigen Reaktionen ihrer Zuseher*innen zeigen deutlich: Ja, das haben sie. Binnen kurzer Zeit wurden Blairs Videos hunderttausendfach gesehen und etliche Male geteilt.

Gerade in der Berichterstattung über Frauen in der Öffentlichkeit hat sich in den vergangenen Jahren noch nicht wahnsinnig viel getan, nach wie vor werden prominente Frauen immer noch häufig auf ihren Körper bzw. ihr Aussehen reduziert. "Ich denke, traditionelle Medien haben noch einen langen Weg vor sich", sagt Blair in einem ihrer Videos. Sie wünsche sich, dass Medien bewusst wird, dass die scharfe Kritik am Aussehen konventionell attraktiver Menschen vor allem junge Leute stark beeinflusst und ihre Körperwahrnehmung noch viele Jahre später schädigen kann.

 

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