Diese Professorin will mit ihrem Titel angesprochen werden

Anerkennung von Frauen ist auch im akademischen Bereich Mangelware. Diese US-amerikanische Dozentin kämpft dagegen an.

Die US-amerikanische Kommunikationswissenschaftlerin Shannon McGregor hat die Schnauze voll von zu wenig Wertschätzung in ihrem Job als Dozentin einer Universität. Deshalb klebte sie ein kurzes Gedicht an die Tür ihres Büros - und teilte es auf Twitter.

Das Gedicht stammt von der Literaturwissenschaftlerin Susan Harlan und es thematisiert etwas, das wohl viele Frauen aus ihrem Berufsalltag kennen: "Nein, du kannst mich nicht bei meinem Vornamen nennen, und ja, ich weiß, dass ein männlicher Professor dir gesagt hat, dass Titel dumm sind", heißt es darin. Im deutschsprachigen Raum ist das kein so großes Thema, da hier Lehrpersonal üblicherweise sowieso mit "Sie" angesprochen wird. Beim Englischen "you" ist diese Grenze jedoch nicht gegeben.

Der Grund für ihre Aktion: dass sie bereits mehrmals auf unterschiedlichste Weise angeredet wurde: Shannon, Sharon, Mrs. McGregor. Was dabei jedoch immer fehlte: ihr Doktorinnentitel. Für McGregor ist das respektlos, da das ihre Arbeit und auch ihre hart erkämpfte Autorität ignoriert. Etwas, das - wie im Gedicht angesprochen - für Männer selbstverständlicher daherkommt. "Weil eine bestimmte Sorte Mann immer darauf brennt, sich performativ seiner einfach gewonnenen Autorität zu entledigen", heißt es weiter im Gedicht.

McGregor fordert KollegInnen daher dazu auf, sich nicht beim Vornamen nennen zu lassen - da es für andere etwa aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer Herkunft nicht so einfach sei, die Autorität wieder zu erlangen. Ihr Wunsch: dass alle ihre eigenen Privilegien reflektieren und bei ihren Handlungen auch an jene denken, denen nicht von vornherein Wertschätzung zuteil wird.

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