Diese Mutter hat genug von Doppelmoral bei der Erziehung

Die australische Bloggerin Constance Hall tritt dafür ein, alle Eltern mehr zu loben, nicht nur Väter.

Übersetzt hat sie folgendes geschrieben:

Ich war mit einer Freundin frühstücken und meine Tochter hat natürlich in die Windel gemacht.

Ich ging ins Badezimmer, aber da war kein Wickeltisch. Ich hab mir nicht viel daraus gemacht, das Restaurant war in einem Park, also bin ich ein ganzes Stück vom Restaurant weg gegangen und hab meine Tochter in der Wiese gewickelt.

Keine große Sache.

Eine halbe Stunde später kommt eine Frau auf mich zu und sagt: "Ich hab gesehen, wie sie ihre Tochter gewickelt haben, können Sie das nächste Mal bitte auf die Toilette dafür gehen?"

"Da war kein Wickeltisch", hab ich gesagt.

"Doch, in der Behindertentoilette um die Ecke", sagte sie.

"Cool", meinte ich. "Sie scheißt wahrscheinlich die nächsten 6 Stunden nicht mehr, aber ich werde mich danach richten."

Ich hab mich wie ein Loser gefühlt, die Welt hat sich weitergedreht.

Am folgenden Wochenende waren wir alle zusammen im Park. Meine Tochter hat wieder in die Windel gemacht, ich habe Bill gesagt, dass er an der Reihe ist, und er hat sie auf die Wiese gelegt und gewickelt.

Eine Gruppe Frauen ging vorbei und sagte: "Awww... so ein guter Vater. So sehen wir das gerne, so engagiert!"

Bill hat sich wie eine Ikone gefühlt, die Welt hat sich weitergedreht.

Ich habe mir nicht viel dabei gedacht, weil ich so daran gewohnt bin. Ich bin es gewohnt, für dieselben Tätigkeiten kritisiert zu werden, für die mein Mann gelobt wird. Ich bin es gewohnt, wertenden Blicken ausgesetzt zu werden, wenn ich meine Kinder zu spät von der Schule abhole, während für Bill ein roter Teppich für sein heldenhaftes Auftauchen bei der Schule ausgerollt wird.

So ist die Gesellschaft, wir setzten Frauen unter Druck, perfekt zu sein, während wir niedrige Erwartungen an Väter haben.

Ich sage nicht, dass wir aufhören sollen, Männer zu loben. Ich liebe es, wenn Bill gelobt wird für alles, was er für unsere Kinder tut. Er ist ein guter Vater, warum sollten wir das nicht feiern.

Aber lasst uns auch gegenseitig loben. Lasst uns eine Frau sehen, die ihren Kinderwagen telefonierend schiebt und denken: "Wow, sie ist nicht daheim geblieben um Sachen auf Ebay zu ersteigern und Wodka zu trinken. Sie ist mit ihrem Kind in den Park gegangen und ist eine tolle Mutter!"

Heute gibt es Lob, High-Fives und Komplimente für alle Queens. Weil Königinnen Standing Ovations verdienen.

Wenn wir einander liebenswürdig begegnen, bekommt jeder, der seine Kinder von der Schule abholt einen roten Teppich und eine 12-köpfige Band dazu.

Nein, die kann man natürlich nicht sehen. <3

Das Posting hat offensichtlich einen Nerv getroffen, es hat schon 73 Tausend Likes und wurde knapp 5000 Mal geteilt. Die Kommentare sind voll von ähnlichen Erlebnissen, wo Mütter kritischer beurteilt wurden als ihre Partner. Offensichtlich haben wir noch einen sehr langen Weg vor uns, was Gleichberechtigung in der Kindererziehung angeht.

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