Diese Hautkrankheit kann psychische Probleme bereiten

Ansteckend oder schmerzhaft ist die Erkrankung nicht. Sie bereitet aber oft seelische Probleme.

Gerade im Sommer fällt die Erkrankung auf, wenn sich die Stellen von der gebräunten Haut abheben. Bei Vitiligo haben die Betroffenen hellweiße Flecken auf ihrer Haut. Ansteckend oder schmerzhaft ist die Erkrankung nicht. Sie bereitet aber oft seelische Probleme.

Die Krankheit verläuft sehr unterschiedlich. "Bei manchen Betroffenen können immer wieder neue Flecken auftreten, die im Laufe der Zeit größer werden, und bei anderen kann die Hautfarbe an manchen Stellen plötzlich wiederkommen", sagt der Dermatologe Herbert Kirchesch. Zunächst treten die Flecken häufig an Bereichen wie den Augenlidern, Mundwinkeln, Achseln und Leisten sowie am Handrücken auf. Häufig tritt Vitiligo zum ersten Mal im Alter zwischen 5 und 12 sowie zwischen 20 und 40 Jahren auf.

Eine weitgehend kosmetische Erkrankung


Die Ursachen sind noch weitgehend unbekannt. "Einerseits gibt es die These, dass es sich um eine Stoffwechselstörung der pigmentbildenden Zellen handelt", sagt Prof. Michael Sticherling. "Andererseits könnte es sich um eine Autoimmunerkrankung handeln." Aus medizinischer Sicht handelt es sich um eine weitgehend kosmetische Erkrankung. "Vitiligo ist nicht ansteckend, verursacht keine körperlichen Schmerzen, und Betroffene haben eine normale Lebenserwartung."

Zur Behandlung kommt häufig eine Bestrahlung mit sogenanntem Schmalband-UV-B-Licht zum Einsatz. "Bei etwa 30 bis 50 Prozent der Patienten beginnen die weißen Stellen wieder zu pigmentieren, aber nicht unbedingt vollständig und gleichmäßig", sagt Sticherling.

Diese Therapien können zum Einsatz kommen


Gelegentlich wird auch die sogenannte PUVA-Therapie angewendet. Durch Bäder oder Cremes wird zunächst der Pflanzeninhaltsstoff Psoralen auf die jeweiligen Vitiligo-Stellen aufgetragen, der die Empfindlichkeit der Haut für UV-Strahlen steigert. Anschließend folgt eine Bestrahlung mit UV-A-Licht. "Die Steigerung der Lichtempfindlichkeit durch Psoralen ist jedoch nicht immer exakt steuerbar, so dass es gelegentlich zu Verbrennungen kommen kann", sagt Kirchesch.

Betroffene fühlen sich mitunter hilflos, woraus sich eine Depression oder Angststörung entwickeln kann. Häufig entsteht ein Teufelskreis. "Viele haben Angst, sich zu zeigen, und vermeiden deshalb die Öffentlichkeit, was kurzfristig Erleichterung verschafft", erklärt Dr. Astrid Stumpf. Langfristig kann das die Situation aber verschlimmern. Helfen kann eine Psychotherapie.

 

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