Diese Gründe kann es haben, wenn Sie plötzlich unter Haarausfall leiden

Ab und zu ein paar lose Haare in der Bürste sind normal. Aber wie viel ist zu viel? Wir haben Haarspezialisten nach Ursachen gefragt!

Ab und zu ein paar lose Haare in der Büste sind normal. Aber was, wenn die Haare plötzlich übermäßig ausfallen und immer dünner werden? Wir haben mit Prof. Dr. Ralph M. Trüeb von der Dermatologischen Praxis und Haarcenter in Zürich über mögliche Gründe gesprochen:

Saisonal bedingter Haarausfall

Viele Frauen klagen saisonbedingt über verstärkten Haarausfall und haben laut Prof. Trüeb damit auch meistens recht. "Saisonaler Haarwechsel ist bei allen Menschen messbar, aber man muss aufpassen. Sobald er für die Patientinnen auch spürbar ist, sollten Haare und Kopfhaut vom Spezialisten angeschaut werden. Mit wenigen Untersuchungstechniken kann man bereits eine exakte Diagnose stellen."

Androgenetische Alopezie

Vor allem Frauen in und rund um die Menopause leiden verstärkt unter Haarausfall. Bei der sogenannten "androgenetischen Alopezie" (einer genetisch bedingte Verkleinerung der Haarfollikel durch die nur noch sehr feine und kleine Haare gebildet werden können), wird das Haar bei Frauen im Bereich des Mittelscheitels immer dünner bis die Kopfhaut sichtbar wird. Die Krankheit ist ein schleichender Prozess der auch bei jungen Frauen schon zu beobachten ist und mit dem Alter schlimmer wird. Zur Behandlung wird in erster Linie Minoxidil eingesetzt. Das Mittel zur örtlichen Anwendung auf der Kopfhaut, hemmt den Haarausfall und fördert das Haarwachstum. Achtung: Beim Verdacht auf Androgenetsiche Alopezie sofort den Hautartzt aufsuchen. "Haare erhalten ist viel leichter, als sie wieder aufzubauen!", so Prof. Trüeb.

Kopfhaut

"Eine gesunde Kopfhaut gehört in einen Behandlungsplan unbedingt hinein!", so Prof. Trüeb. "Kopfschuppen und Exzeme haben Einfluss auf Haarwachstum und Haarschaft." Wer unter juckender, brennender oder schuppiger Kopfhaut leidet, sollte den Dermatologen aufsuchen. "Wer an Haarwuchsmittel denkt, sollte auch Haarpflegemittel bedenken. Oder eine Therapie der Kopfhaut, wenn es Probleme gibt."

Dünner werdendes Haar durch träge Haarfollikel

Dr. Bruno A. Bertrand, Leiter der Haar‐Biologie von L’Oréal Research hat mit Serioxyl ein weiteres Mittel gegen Haarausfall entwickelt und die Wirksamkeit in klinischen Studien belegt. "Serioxyl wirkt direkt auf die Haarfollikel und stärkt sie mit Energie und Nährstoffen. In der klinischen Studie konnte gezeigt werden, dass dünner werdendes Haar nach der Behandlung mit Serioxyl schneller aus der Ruhephase geweckt werden konnte.", so Dr. Bertrand. Mittlerweile wird der Wirkstoff aus dem Labor auch in normalen Shampoos eingesetzt.

Eisenmangel oder Schilddrüsenprobleme

Bevor man an genetisch bedingte Krankheiten denkt, sollte man vor allem als Frau auch Eisenspeicher und die Funktion der Schilddrüse checken lassen. Eisen hat im Körper die Funktion, Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) zu bilden, ist an die roten Blutkörperchen gebunden und maßgebend für den Sauerstrofftransport im Blut zuständig. Mit Eisenmangel fühlt man sich also nicht nur schlapp und müde, auch wichtige Körperfunktionen (unter anderem das Haarwachstum) werden gestört. Auch ein Zusammenhang zwischen einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und Haarausfall ist bereits nachgewiesen.

Stress, Diäten, falsche Ernährung

Last but not least: auch Stress und falsche Ernährung können unser Haarwachstum entscheidend beeinflussen. Können Spezialisten sonst keine Ursachen für gesteigerten Haarausfall finden, sollte man ehrlich zu sich selbst sein und im Falle einer Diät sein Essverhalten hinterfragen. Auch Entspannungsübungen können hilfreich sein.

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