Diese Frau erhielt tausende Drohungen im Internet

Mia Matsumiya, Musikerin aus L.A., sammelte zehn Jahre lang tausende sexistische und bedrohliche Nachrichten von Männern. Jetzt geht sie damit an die Öffentlichkeit.

So wie jede andere Frau, die in der Öffentlichkeit steht, hat auch die Profi-Geigerin Mia Matsumiya viele unangebrachte und gruselige Nachrichten von fremden Männern bekommen, seitdem sie sich auf Social-Media-Plattformen angemeldet hat. Sie hat die Texte aber alle gesammelt - über die letzten zehn Jahre erreichten die 35-Jährige über 1000 sexistische, bedrohliche und rassistische Nachrichten von Männern weltweit. Auf ihrem Instagram-Account @perv_magnet macht sie diese jetzt alle öffentlich. Damit zeigt sie die dunkle Seite davon, was es bedeutet, eine prominente Frau im Internet zu sein.

Vergewaltigungsdrohungen, anzügliche Nachrichten ("Willst du sehen, wie ich einen hochkriege?") und auch rassistische Beschimpfungen erreichten Mia in den letzten Jahren:

Die ältesten Nachrichten kommen aus dem Jahr 2001, als sie zum ersten Mal anfing, in einer Band zu spielen und zu bloggen. Viele der Nachrichten sindsexuell aggressiv - ein Mann schickte ihr sogar Todesdrohungen, erzählte sie dem Magazin "Dazed". Sechs Monate lang musste sie in Japan untertauchen, bis sie sich wieder sicher genug fühlte, um in die USA zurückzukehren.

Die schlimmsten Nachrichten kamen aber von einem Mann, der seitenlange Fantasiegeschichten darüber schrieb, wie er zu ihren Konzerten kommen würde und sie danach im Badezimmer vergewaltigen würde. Derselbe Mann wurde später verhaftet, weil er eine andere asiatische Frau gestalkt hatte.

Mit Belästigung im Internet sind viele Frauen konfrontiert, weiß auch Dunja Mijatović, OSZE-Beauftragte, die im Interview sagt, dass Misogynie und Gewalt gegen Frauen im Internet und auf Social Media Plattformen eine neue, bedrohliche Form gefunden hat.

Lesen Sie hier mehr: "Eine Vergewaltigungsdrohung ist keine Meinung!"

Aktuell