Diese 7 Anzeichen emotionalen Missbrauchs solltest du kennen

Einige davon sind sehr subtil und werden oft übersehen, was sie umso tückischer macht.

Diese Anzeichen emotionalen Missbrauchs solltest du kennen

Die Sache ist die: Emotionaler Missbrauch kann ganz schön fies sein, da er immer wieder anders daherkommt und somit oft gar nicht bewusst als Missbrauch wahrgenommen wird. Da er jede Art von Missbrauch umfasst, die nicht körperlich ist, gibt es eine Reihe von Verhaltensweisen, die unter diesen Begriff fallen: "Er kann von subtilen Dingen wie Kritik bis hin zu destruktiverem Missbrauch wie Manipulationen, Einschüchterungen und Bestechung reichen", sagt Dr. Lea Lis, Fachärztin für Erwachsenen- und Kinderpsychiatrie im Gespräch mit SELF.

Wenn du glaubst, betroffen zu sein, ist es wichtig, die Anzeichen für emotionalen Missbrauch zu erkennen - und zu verstehen, wie und warum Menschen sie einsetzen -, damit du dein Selbstwertgefühl wiederherstellen und dich aus der zerstörerischen Situation befreien kannst.

Meist geht es um Machtgewinn

Wie bei körperlichem Missbrauch geht es auch bei emotionalem Missbrauch darum, Macht über eine andere Person zu erlangen, sei es über den*die Partner*in oder ein anderes Familienmitglied. "Emotionaler Missbrauch zielt darauf ab, psychische Schwäche zu erzeugen, indem man Selbstachtung und den Selbstwert einer Person untergräbt", erklärt Kathy Nickerson, Ph.D., klinische Psychologin gegenüber SELF.

"Das wahre Ziel der meisten Missbraucher ist es, dass sich die andere Person so schwach, so minderwertig und so beschädigt fühlt, dass sie aufhört, den anderen zu hinterfragen, und ihr gesamtes Denken und ihre Entscheidungen dem*der anderen überlässt."

1. Gaslighting

Gaslighting beschreibt ein Verhalten, mit dem eine Person versucht, die andere an Dingen zweifeln zu lassen, von sie eigentlich weiß, dass sie wahr sind. Ein Beispiel: Du beschuldigst deine*n Freund*in, eine Affäre zu haben – er*sie streitet das ab, reagiert mit Sätzen wie "Du bist nur paranoid. So etwas habe ich nie getan. Du bist eindeutig verrückt". Ziel ist es, den*die andere unsicher in ihrer eigenen Wahrnehmung werden zu lassen und Fehler, anstatt beim Missbraucher bei sich selbst zu suchen.

2. Der*Die andere gibt dir das Gefühl, du kannst nichts richtig machen

Die Person gibt dir das Gefühl, ständig unter Beobachtung zu sein und dauernd Fehler zu machen. Du erfährst viel Kritik und traust dich deshalb gar nicht mehr, dich in der Nähe des*r anderen fallen zu lassen – vielleicht sogar dann, wenn die andere Person gar nicht anwesend ist. Du denkst, dass alles deine Schuld ist und entschuldigst dich ständig.

3. Er*sie macht Scherze, auf deine Kosten

"Wow, du siehst heute aber hübsch aus. Ich schätze, du hast endlich beschlossen, dir ein bisserl Mühe zu geben“ – ähm, Danke? Sätze wie dieser sind tatsächlich kein Kompliment, sondern einfach nur fies und ein weiteres Anzeichen, dass dich jemand emotional missbraucht. Spitznamen, von denen der*die andere weißt, dass du sie nicht magst sowie vermeintlich freundliche Aussagen, die dich in Wahrheit abwerten, fallen in diese Kategorie.

4. Er*Sie ignoriert deine Boundaries

Du hast ihm*r schon zig mal gesagt, dass er*sie sich nicht an deinen Sachen bedienen soll ohne zu fragen oder, dass du nach der Arbeit erst mal ein bisschen Zeit für dich brauchst – er*sie hält sich nicht an deine Wünsche (und das vielleicht zum wiederholten Mal?). Absichtliches Überschreiten der Grenzen einer anderen Person, sei laut Dr. Lis ein weiteres deutliches Zeichen emotionalen Missbrauchs und ein Versuch, Macht auszuüben.

5. Deine Gefühle werden nicht ernstgenommen

Sprichst du deine Gedanken und Gefühle offen aus, reagiert dein Gegenüber mit Desinteresse oder Kommentaren wie "So schlimm ist es nicht" oder "Du übertreibst". Das kann dazu führen, dass du deinen Gefühlen in jeder Situation misstraust oder innerlich Wut gegenüber dem*r anderen aufbaust.

6. Er*Sie verhält sich passiv-aggressiv

Passiv-aggressiv zu sein bedeutet, negative Gefühle indirekt auszudrücken, anstatt sie offen anzusprechen. Viele Menschen benutzen diese Art der Kommunikation als eine Art "Bestrafung". "Zum Beispiel könnte eine Person wütend sein und beschließen, den anderen mit Schweigen zu bestrafen oder absichtlich zu 'vergessen', ihm ein Geburtstagsgeschenk zu kaufen", so Dr. Lis.

7. Selbstverletzendes Verhalten

Manchmal geht es schon so weit, dass Personen versuchen, andere zu manipulieren oder an sich zu binden, indem sie selbstverletzendes Verhalten an den Tag legen oder dieses androhen. Das kann für Personen im Umfeld sehr belastend sein und ist definitiv Grund, professionelle Hilfe zu Rate zu ziehen.

 

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