Die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen im Überblick

Es zwickt nix und Sie fühlen sich gesund und pudelwohl?! Das freut uns! Warum es trotzdem gut sein kann, mal zum Arzt zu gehen, lesen Sie hier.

Es gibt nichts Schöneres, als sich in seinem Körper rundum wohlzufühlen. Tief durchatmen zu können und zu wissen: Ich bin völlig gesund. Was für ein Geschenk! Dennoch nehmen wir Gesundheit oft für selbstverständlich. An einen Arztbesuch denken wir meist erst dann, wenn etwas wehtut. Die bessere Variante: zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Dabei kann ein erhöhtes Erkrankungsrisiko erkannt werden und man kann vorbeugen. Deshalb haben wir hier ­einen Überblick über verschiedene Vorsorgemaßnahmen für Sie. Denn auch wenn sich in Österreich pro Jahr schon eine Million Menschen durchchecken lassen: Geht es um die Gesundheit, können es einfach nie genug Leute sein, die sich ordentlich um sich selbst kümmern.

1. Der Check im Check

Status quo

Eine Vorsorgeuntersuchung kann man ab 18 Jahren einmal jährlich kostenlos machen lassen, beim Hausarzt oder in Gesundheitszentren der Krankenkassen. Dabei geht es darum, den aktuellen Gesundheitsstatus zu erheben und mögliche Risikofaktoren für spätere Erkrankungen auszumachen. „Ziel dieses Gesundheitschecks ist zu erkennen: Was kann mir in Zukunft vielleicht Probleme machen und wie kann ich rechtzeitig gegensteuern“, sagt Peter McDonald vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger. Berücksichtigt werden bei der Untersuchung etwa Harn, Blutdruck, Blutwerte, Körpergröße, Gewicht oder Bauchumfang und Faktoren wie Rauchen und Bewegung.

Soko Risikofaktor

Wer jetzt denkt: Aber da gäbe es doch noch viel mehr, was man untersuchen könnte, dem erklärt Gert Wiegele, Mediziner und Vertreter der Österreichischen Ärztekammer: „Bei der Vorsorgeuntersuchung muss der Arzt Fahnder sein. Es gibt mehrere hundert Blutwerte, die man checken könnte. Die alle zu untersuchen, ergäbe keinen Sinn. Deshalb schaut man sich bestimmte an, und nur wenn es da Auffälligkeiten gibt, geht man weiter.“ Auch wenn es um das richtige Maß an Untersuchungen geht, hat er eine klare Meinung. Von einem standardmäßigen Lungenröntgen im Zuge des Checks hält er wenig: „Das bei einem gesunden Menschen zu machen, kann den Körper belasten und schadet mehr, als es nutzt.“ Er empfiehlt deshalb den Check beim Hausarzt, denn der kennt den Patienten und kann gut einschätzen, was er braucht.

Eigenverantwortung

Anders als bei einer Erkältung, bei der man einfach ein Rezept für ein Medikament in die Hand gedrückt bekommt, liegt die Verantwortung nach der Untersuchung bei jedem Einzelnen. „Der Check ist nur Schritt eins“, sagt Peter McDonald. „Die entsprechenden Maßnahmen zu setzen, wie etwa mit dem Rauchen aufzuhören, dabei kann der Arzt nur als Berater helfen. Machen muss es die Person allein.“

2. Zusatzscreenings

Brust raus

Das frühe Erkennen einer Krebserkrankung ist das Um und Auf, um die Chancen auf vollständige Heilung zu verbessern. Deshalb sieht das österreichische Vorsorgeprogramm regelmäßige Zusatzuntersuchungen vor: Für Frauen zwischen 45 und 69 (wenn sie keiner Risikogruppe angehören) ist alle zwei Jahre eine Untersuchung der Brust, eine Mammografie, vorgesehen. Bei Krankheitsverdacht oder Beschwerden erfolgt sie jederzeit durch Zuweisung.

PAP und HPV

Um Gebärmutterhalskrebs früh zu entdecken, wird Frauen ab 18 ein jährlicher PAP-Abstrich (bei der Gynäkologin oder dem Hausarzt) empfohlen. Übrigens: Die HPV-Impfung (Humane Papilloma-Viren), die bei ihrer Einführung umstritten war, gilt inzwischen offiziell als sicher und verträglich und wurde in das ­österreichische Kinder-Impfprogramm aufgenommen.

Darm, Prostata und mehr

Für Menschen ab dem 50. Lebensjahr besteht neben der Stuhluntersuchung im Rahmen des Vorsorgechecks im 10-Jahre-Rhythmus die Möglichkeit einer Darmspiegelung. Und Männer ab 45 sollten jährlich für eine Prostata-Untersuchung zum Urologen. Weitere Empfehlung: regelmäßige Termine bei Fachärzten, um Augen, Zähne, Haut und Co checken zu lassen.

3. Psycho-Prävention

Vor-sorgen

In einer Zeit, in der vor allem psychische Erkrankungen am Vormarsch sind, fragt man sich natürlich: Wie sieht’s denn da mit Vorsorge aus? „Auch in dem Fall heißt die beste Vorsorge: Prävention“, erklärt Peter McDonald. „Wir haben das im Kopf und arbeiten an Maßnahmen. Zum Beispiel laufen derzeit einige ­Pilotprojekte in Richtung Burnout-Prophylaxe. Wir überlegen, was wir den Leuten in die Hand geben können, damit sie rechtzeitig einer psychischen Erkrankung entgegenwirken können.“ Und Gert ­Wiegele setzt einmal mehr auf das Gespür des Hausarztes: „Wer seine Patienten kennt, ist oft in der Lage, erste Symptome eines seelischen Leidens zu erkennen – auch bei einem normalen Gesundheitscheck.“

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