Die wichtigsten Anzeichen dafür, dass du in einer toxischen Beziehung steckst

Ungesunde Dynamiken zwischen romantischen Partner*innen, Freund*innen oder sogar Kolleg*innen sind nicht immer auf den ersten Blick als solche erkennbar.

Frau mit Kopf auf Knien sitzt auf rotem Untergrund

Zeichen einer toxischen Beziehung können offensichtlich sein: unverhohlene Untreue oder physische Gewalt zum Beispiel. Aber es gibt auch subtile Zeichen, dass zwischen zwei Menschen etwas nicht stimmt - egal, ob das der*die Partner*in, ein Familienmitglied oder ein*e Kolleg*in ist. Denn nicht nur in romantischen Beziehungen können sich toxische Verhaltensweisen einschleichen.

Wie erkenne ich eine toxische Beziehung?

Ganz egal, um welchen zwischenmenschlichen Kontext es sich handelt: Es ist wichtig, darauf zu hören, wie es sich für die betroffene Person anfühlt und den eigenen Wahrnehmungen zu vertrauen.

Du fühlst dich, als würdest du ständig auf Eierschalen gehen

Eines der ersten Signale einer toxischen Beziehung ist ein*e über die Maßen kontrollierende*r Partner*in. Das bedeutet nicht unmittelbar gewalttätig oder körperliche Drohungen, sondern äußerst sich schon darin, dass man Angst davor hat, seine Meinung oder Gefühle auszusprechen.

Der*die andere entscheidet immer

Wenn die eigene Meinung dann doch ausgesprochen wird, wird sie überhört - der erste Schritt in ein großes Ungleichgewicht, in dem ein Part agiert und der andere irgendwann nur noch reagiert.

Ihr schätzt einander nicht

Beziehungen gehen oft den Bach runter, sobald man den*die andere*n als selbstverständlich annimmt. Gegenseitige Wertschätzung ist wichtig und kann, wenn es in anderen Bereichen kriselt, der Beziehung durch diese Tiefen hindurch Bestand geben.

Wenn die Freundschaft total einseitig ist

Vielleicht bist du die*jenige, die sich immer zuerst meldet, die sich darum bemüht, dass ihr euch wiederseht. Oder der*die Freund*in spricht ständig über sich selbst und nie über dich. Manche Menschen nehmen aus Freundschaften, ohne auch in sie hinein zu investieren. Das kann okay sein, wenn die*derjenige in einer schwierigen persönlichen Situation steckt, aber ist keinesfalls ein gesunder Dauerzustand.

Alles ist ein Wettkampf

Enge Freund*innen können oftmals in die Falle tappen, gegeneinander antreten zu müssen: Wer ist erfolgreicher, wer die bessere Mutter, wer hat die glücklichere Beziehung. Das kann auf Dauer zu ungesunder, passiver Aggressivität führen - oder sogar dazu, dass man sich freut, wenn der*die andere scheitert.

Deine Familie respektiert deine Grenzen nicht

Unsere Familienmitglieder können wir uns nicht aussuchen - aber wir können daran arbeiten, dass unsere familiären Beziehungen gesünder werden: Viele Erwachsene lassen zu, dass Eltern oder Geschwister mit ihnen sprechen, als wären sie immer noch Kinder - das würden sie von niemand anderem in ihrem Umfeld dulden. Aber Mütter oder Brüder bekommen keinen Freipass fürs Grenzen Überschreiten.

Dein*e Freund*in lebt in der Vergangenheit

Freundschaften, die ein Leben lang halten, sind besonders. Sie können aber auch eine ziemliche Herausforderung sein, wenn sich Menschen in verschiedene Richtungen entwickeln. Ein*e Freund*in aus Studienzeiten steckt immer noch in Partyleben fest (oder redet zumindest immer nur davon, wie lustig damals alles war), während du zwischen Beruf und Familie feststeckst. Das kann funktionieren, wenn beide Seiten sich auf die jeweils andere einlassen. Problematisch wird's, wenn eine sich nicht auf die andere einlassen kann und will.

Es geht immer nur ums Tratschen

Es mag ziemlich lustig sein, Zeit mit dem*der Arbeitskolleg*in zu verbringen, die*der kein Blatt vor den Mund nimmt. Wenn der Spaß aber auf Kosten anderer geht, ist es Zeit, die Basis dieser Freundschaft zu hinterfragen. Menschen, die ständig tratschen und über andere reden, ziehen zwangsläufig auch deine Laune runter. Abgesehen davon, dass es ziemlich wahrscheinlich ist, dass sie*er auch hinter deinem Rücken über dich spricht.

Gemeinsame Treffen fühlen sich an wie eine lästige Pflicht

Wenn du das monatliche Treffen mit jemandem von deiner To-Do-Liste abhakst wie den Wochenendeinkauf, solltest du etwas ändern. Vielleicht fühlst dich nach der gemeinsamen Zeit ausgelaugt oder du ärgerst dich, weil er*sie ständig zu spät kommt. Mit Freund*innen Schluss zu machen ist hart, aber du solltest mit dem*der anderen darüber sprechen und gegebenenfalls Konsequenzen ziehen.

Du bist plötzlich launisch und unsicher

Manchmal ist es nicht die Handlung jemand Anderes, die das Signal für eine toxische Beziehung ist, sondern deine eigene: Wenn du plötzlich das Gefühl hast, paranoid zu werden oder deinem Gegenüber nicht mehr über den Weg traust, frag dich, warum. Liegt der Grund dafür bei dir? Geht es dir schlecht und das schwappt auf deine Beziehung über? Vielleicht will dein Bauchgefühl dir etwas sagen. Öffne dich deinem Gegenüber und sprich über deine Unsicherheiten. Spätestens die Reaktion auf deine Offenheit wird Klarheit schaffen.

Du kannst nicht zu selbst sein

All diese Warnsignale haben einen gemeinsamen Nenner: Sie sind ein Zeichen dafür, dass du in Gesellschaft einer bestimmten Person nicht du selbst bist. Beziehungen werden oftmals dann ungesund, wenn du davor zurückschreckst, eine bestimmte Seite von dir zu zeigen, weil sie eventuell nicht akzeptiert werden. Wenn du das Gefühl hast, eine Maske tragen zu müssen, immer zu performen, dann ist das auf Dauer extrem anstrengend und ungesund. Unterm Strich: Frag dich, ob dein Gegenüber das Beste in dir hervorbringt. Und umgibt dich mit Menschen, bei denen die Antwort ein klares "Ja" ist.

 

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