Die Wehen sollen endlich losgehen? Dann masturbier mal!

Wenn die Wehen nicht anfangen wollen, soll man es mal mit Sex probieren, heißt es. Das stimmt nicht so ganz, denn: Die Penetration selbst hat wohl keinen Einfluss auf den Einsatz der Wehen, wie eine neue Studie zeigt. Masturbation hingegen... Oh!

Masturbieren kann Wehen einleiten

40 Wochen Schwangerschaft sind furchtbar anstrengend, wir sagen es wie's is. Kein Wunder, dass allerlei Wunder- und Hausmittelchen herumschwirren, die lang ersehnte Wehen einleiten sollen. Neben leichter sportlicher Betätigung (die, simma uns ehrlich, über "Spazieren am Gang" selten hinausgeht), scharfem Essen oder Zimt und Nelken, schlägt auch immer mal wieder jemand mit pseudo-anzüglichem Unterton Sex vor. Nur: Hilft das überhaupt?

Wissenschaftler*innen der Universität in Neapel nahmen sich der Sache an und analysierten die Ergebnisse von drei Studien und so die Daten von 1.483 Frauen mit Einlingsschwangerschaften. In zwei dieser Studien war einem Teil der Probandinnen aufgetragen worden, soviel Sex wie möglich zu haben, während die anderen frei über die Häufigkeit der Sexualkontakte entscheiden konnte. In der dritten Studie hatten die Frauen entweder mindestens mehrmals die Woche oder überhaupt keinen Sex.

Kann Sex wirklich Wehen einleiten?

Die Theorien zum Wehenauslöser Sex sind vielfältig: Orgasmen oder der Ausstoß des Bindungshormons Oxytocin sollen angeblich Kontraktionen im Uterus provozieren und Sperma etwa den Cervix öffnen, heißt es. Nur: Mit dem penetrativen Sex selbst hat das anscheinend wenig zu tun.

Die Forscher*innen konnten keinerlei Beweise dafür finden, dass Sex am Ende der Schwangerschaft irgendeinen Einfluss auf das Einsetzen der Wehen hat. Das heißt nicht, dass man in der Schwangerschaft keinen Sex haben soll - Sex ist nur eben kein Wehenmittel, wenn es nach den Studienergebnissen geht, die im Journal of Sexual Medicine veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler*innen empfehlen aber weitere Untersuchungen, um ihre Ergebnisse verifizieren zu können. Besonders die Bedeutung des Orgasmus einer Schwangeren konnte nicht ausreichend erforscht werden.

Orgasmen durch Masturbation scheinen besser zu sein (für Wehen)

Dabei ist das eine interessante Sache: Laut der Studie sind Wehen, die durch selbstherbeigeführte Orgasmen entstehen, nämlich stärker als jene, die durch Orgasmen bei penetrativen Sex entstehen. "Obwohl Masturbation nicht als Geschlechtsverkehr gilt, ist sie doch als beachtenswerter Sexualkontakt zu betrachten", kann man in der Studie lesen. "Orgasmen und Oxytocin-Ausschüttung können so auch ohne Partner ausgelöst werden, was auch die Angst vor Verletzungen des Fötus ausschließt." Sex kann man halt auch einfach mit sich selbst haben - inklusiver postiver Nebenwirkungen in der Schwangerschaft.

 

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