Die Verbundenen

Sie kommen gemeinsam und gehen zusammen. Dazwischen muss man die beiden schon genau beobachten, um die vieldeutigen Blicke zu erkennen, die sie sich über die Köpfe der anderen hinweg zuwerfen.

Ein Mann erzählt:
Ich mag es, meine Schöne aus der Ferne zu beobachten. Wie sie beim Reden lacht und sich die Haare aus dem Gesicht streicht. Ich freue mich dann schon darauf, später gemeinsam im Taxi heimzufahren und über unsere Begegnungen zu plaudern. Ich weiß aber auch, dass sie am Anfang ein Riesenproblem mit diesem Auswuchs meines Freiheitsdrangs hatte und eifersüchtig war, wenn mir eine Handynummer zugesteckt wurde. Einmal hat sie mich gefragt, ob ich sie verleugnen würde. Inzwischen haben wir uns ausgesprochen und ich glaube, sie versteht mich. Ja, der Spruch „Appetit holen kann man sich woanders, gegessen wird zu Hause" könnte von mir sein. (Stefan, 33, Werber)

Die Psychologin sagt:
Hier gibt es ein starkes Ungleichgewicht. Er reguliert Nähe und Distanz, sie muss seinem Messwert entsprechen. Dabei ist sie aus meiner Sicht ein ersetzbares Subjekt, das den einzigen Auftrag hat, ästhetisch zu faszinieren - um damit die Beziehung, die er im Kopf hat, zu verstärken. Gleichzeitig hält er sich alle Möglichkeiten offen.

Einer der wenigen positiven Aspekte an diesem Auftreten ist, dass die Spannung aufrecht erhalten bleibt, was für eine Beziehung durchaus belebend sein kann. Nur geht es hier komplett auf ihre Kosten, und sie wird sich das vermutlich nicht ewig anschauen wollen.

Meist steckt hinter solchen Spielchen Bindungsangst. Sie sollte von ihm kleine Schritte in Richtung Annäherung einfordern. Das klappt, wenn ihm wirklich etwas an ihr liegt. Sie darf nur nicht den Fehler begehen, eine Entweder-oder-Entscheidung zu fordern. Von heute auf morgen ändern kann er sich nicht.

An der langen Leine.

Obwohl der Name „Brangelina“ die totale Verschmelzung verheißt, betont Angelina Jolie gern ihre Unabhängigkeit. Und geht auf Partys auf räumliche Distanz.

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