Die Sonne und ich

Die WIENERIN befragte vier Frauen mit unterschiedlichem Hauttyp zu ihren Erfahrungen mit der Sonne.

In der Theorie wissen wir, wie Sonnenschutz funktioniert. Haut immer schön eincremen, nie einen Sonnenbrand riskieren. Aber wie sieht die Realität aus? Die WIENERIN befragte vier Frauen mit unterschiedlichem Hauttyp zu ihren Erfahrungen mit der Sonne.

Text Martina Parker Fotos Elisabeth Handl, Getty Images, beigestellt

Hauttyp III: Katharina Strassl, 38, Friseurunternehmerin (Strassl Frisiersalons)
Mögen Sie die Sonne?
Ich mag sie sehr, auch weil ich viel drinnen arbeite. Wenn man in Wien lebt, hat man vor allem im Winter so wenig Sonne. Als ich heuer nach wochenlangem Dauernebel in den Energieferien nach Tirol gefahren bin, wurde ich dort fast schneeblind.
Ihr schlimmstes Erlebnis mit der Sonne?
Mit 15 war ich mit meiner Schwester zum ersten Mal allein Ski fahren. Sonnenschutz fanden wir unnötig. Wir haben uns sogar mit Schnee eingerieben, um brauner zu werden. Die Konsequenz: Brandblasen auf den Ohren, die wir am Türrahmen kühlen mussten.
Und, dazugelernt?
Mein Sonnenverhalten hat sich sehr geändert. Als Kind hat sich meine Generation­ kaum eingeschmiert. Heute gehe ich ohne Sonnenschutz − vor allem im Gesicht − nicht mehr raus. Ich bekomme sonst sofort Pigmentverschiebungen. Als Teenager war stundenlanges Grillen nur mit Öl oder Nivea­creme angesagt. Und wir hatten diese Solarien mit den schlechten Röhren. Dafür haben wir die Zeit optisch echt gut überstanden.
Wie schützen Sie Ihre Kinder?
Bei meinen Kindern gilt: je höher der LSF, desto besser. Meine Kinder haben einen griechischen Papa, aber so wie er helle Haut. In Griechenland haben die Menschen ein ganz anderes Sonnenverhalten. Mein Mann Alex würde nie zu Mittag in die Sonne gehen, er verträgt auch keine Hitze. Und auch Freunde aus Ibiza legen sich maximal zwei Stunden in der Früh in die Sonne, dann gehen sie ins Haus. Man sollte sich beim Sonnenbaden viel mehr an den Südländern orientieren.
Gehen Sie regelmäßig zum Muttermalcheck?
Ja, Hautkrebs ist schließlich der einzige Krebs, den man sehen kann.

Das sagt der Experte
Der Dermatologe Dr. Markus Dawid meint:

Gratulation zu dem Bewusstsein zum Thema Sonnenschutz – vor allem ihren Kindern gegenüber. Tipp an alle Eltern: Moderne Sprayprodukte machen das lästige Eincremen zu einem Spiel für Eltern und Kinder. Generell gilt: Achten Sie immer auf den richtigen LSF und auch darauf, dass eine ausreichende Menge an Sonnenschutzmittel appliziert wird. Damit der mit dem Sonnenschutzfaktor angegebene Schutz erreicht wird, müssen 2 mg/cm² an Sonnenschutzmittel auf die Haut aufgetragen werden, d. h. etwa 36 g (6 Teelöffel) Sonnencreme auf den Körper eines Erwachsenen. Derzeit verwenden die Verbraucher normalerweise nur etwa die Hälfte dieser Menge.

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I, II, III, oder IV? Welcher Hauttyp Sie sind und wie Sie mit der Sonne richtig umgehen, lesen Sie in der Juni-WIENERIN.

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Hauttyp III: Friseurunternehmerin Katharina Strassl früher als Kind beim ­Sonnenbaden in Jesolo und heute mit Tochter Lena (11).

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