Die Schritt-für-Schritt-Anleitung gegen Hass im Netz

Jetzt wissen wir endlich, wie wir schlagfertig kontern können.

Jede von uns ist fast täglich mit ihnen konfrontiert: pauschalisierenden, verhetzenden oder auch beleidigenden Kommentaren im Internet. Manchmal ist es die beste Lösung, sie zu ignorieren - aber oft kann eine Gegenreaktion etwas Gutes auslösen.

Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) hat nun "10 Tipps gegen Hass im Netz" veröffentlicht - und sie zeigen, dass wir im Internet nicht wehrlos sind. Denn auch im Internet gelten Regeln. Diskriminierung, Verhetzung und Mobbing sind niemals in Ordnung. Diese 10 Tipps sollen die Nutzerinnen und Nutzer bei der Gegenwehr im Netz unterstützen und bei der praktischen Umsetzung helfen.

Tipp 1: Nachfragen

Nachfragen regt zum Nachdenken an – zumindest manchmal. "Wie meinst du das?" "Woher hast du die Info?" "Hast du dazu auch Daten und Fakten?" Oft hat sich damit das Gerücht auch schon erledigt. Und andere Nutzerinnen und Nutzer wissen, was Sache ist.

Tipp 2: Benennen

Der Diskussionsstil ist verletzend, andere Nutzerinnen und Nutzer werden beleidigt? Dann stell das einfach fest: "Ich finde es nicht in Ordnung, dass du mich beleidigst!", oder "Du greifst mich persönlich an."

Tipp 3: Sachlich bleiben und sich wehren

Bleib ruhig und sachlich. Nimm die Emotionen raus, bring Argumente und Fakten. Stell klar: "Wenn Sie Ihre Kritik sachlich vorbringen, werde ich darauf antworten." Es ist auch OK, wenn du nur ein kurzes Statement abgibst und dich nicht in lange Diskussionen verwickeln lässt.

Tipp 4: Entlarven

Informiere dich und bring Fakten in die Diskussion ein. Fakten sind kein Allheilmittel gegen überzeugte Hassposter. Sie helfen aber, Dritte zu erreichen, die noch kein geschlossenes Weltbild haben und für Fakten offen sind. Informiere dich, bevor du Inhalte teilst. Mit Suchmaschinen kannst du Informationen und Bilder prüfen.

Tipp 5: Sich selbst schützen und Verbündete suchen

Setz dem Hass etwas entgegen. Aber achte auch auf dich. Wenn etwas zu beleidigend ist, hol Freundinnen und Freunde zu Hilfe oder nimm dir eine Auszeit. Unterstützt euch gegenseitig in der Diskussion. Trefft euch auch offline, um darüber zu reden und Strategien zu überlegen.

Tipp 6: Gegenerzählungen anbieten

Du willst die Angst im Netz nicht hinnehmen. Hilf mit, bring positive Beispiele und biete alternative Erzählungen an. Diese Geschichten gibt es, wir müssen sie nur erzählen. Verwende nicht Begriffe, die dir problematisch erscheinen, nur weil sie in der Diskussion vorkommen. Finde deine eigenen Worte.

Tipp 7: Nicht alles teilen

Manchmal klingt eine Geschichte einfach zu gut, um wahr zu sein. Deshalb verbreiten sich Falschmeldungen rasant, die Richtigstellungen oft weniger. Es liegt an uns, die Verbreitung von Falschmeldungen einzuschränken bzw. Richtigstellungen unter die Leute zu bringen.

Tipp 8: Melden

Jede Plattform bietet die Möglichkeit, Kommentare und Nutzerinnen bzw. Nutzer zu melden. Diese Meldungen sind anonym. Wenn die Inhalte nicht den Regeln der Plattform entsprechen oder im jeweiligen Land strafrechtlich relevant sind, müssen diese gelöscht werden.

Tipp 9: Anzeigen

Hasspostings sind aggressive, provozierende Kommentare im Internet. Oft erfüllen sie einen Straftatbestand und sind somit gerichtlich verfolgbar. Es macht rechtlich keinen Unterschied, ob ein Delikt in der realen Welt oder im Internet, z.B. in einem Online-Forum, begangen wird. Verhetzung, Verleumdung, Mobbing und üble Nachrede sind strafbar. Auch nationalsozialistische und rassistische Inhalte können geahndet werden. Wehr dich!

Tipp 10: Moderiere deine Profile

Die Debatte findet auf deiner Profil-Seite statt? Moderiere sie und weise auf Grenzen hin. Auch Humor kann helfen, um eine hitzige Debatte wieder einzufangen. Scheu dich auch nicht davor, Kommentare zu löschen.

Mehr zum Thema: Muna Duzdar im WIENERIN-Interview: "Meinungsfreiheit heißt nicht Narrenfreiheit"!

Aktuell