Die schönsten Outdoorküchen für den Sommer

Eine eigene Küche im Garten: der Traum für den Sommer. Allerdings gibt es diesen nicht aus dem Katalog. Etwas Kreativität ist hier gefragt. Experten haben Tipps für die individuelle Outdoorküche.

Die Sonne scheint, die Würstel brutzeln auf dem Grill, und die Freunde sitzen am Tisch: eine Szene, die wohl in vielen Gärten im Sommer zu finden ist. "Grillen ist immer noch eines der Topthemen. Aber nicht nur das BBQ, sondern das Kochen unter freiem Himmel und damit auch Outdoorküchen werden immer beliebter", sagt Stefan Lohrberg, Projektmanager der Gartenmesse spoga+gafa in Köln.

Aber ist eine echte Outdoorküche so viel mehr als ein Grill?


"Eine Außenküche ist genau wie eine Küche im Haus", findet der Barbecue-Spezialist Ebbo Christ. "Dort hat man ja auch nicht nur einen Herd stehen." Doch genau da liegt auch das Problem: In den vielen kleinen Gärten lässt sich eine ganze Küchenzeile kaum gut unterbringen. Und: Lohnt sich das in unseren Breiten überhaupt für die wenigen schönen Tage? Und wer bietet diese an?

Wer es wirklich ernst meint mit dem Kochen und Zubereiten und auch noch Stauraum für Töpfe und Co. im Freien will, braucht laut Christ in der Regel eine Maßanfertigung. "Eine Außenküche lässt man sich vom Handwerker anfertigen. Beispielsweise vom Landschaftsgärtner, Zimmermann oder Stahlbauer", sagt er. Die Möbel müssen wetterfest sein, etwa aus Beton, Stahl, Naturstein oder Harthölzern.

Und da die Zeile das ganze Jahr über stehen bleibt, müssen die Möbel und Geräte auch noch dem Frost im Winter standhalten. Hier müssen etwa Spezialgeräte her: "Es gibt sogar einen Kühlschrank für den Garten. Ein normaler eignet sich nicht, da die Kühlflüssigkeit einfrieren kann", berichtet Christ. Das alles kostet: "Klar, das ist ein Luxusartikel", betont der Grillexperte. "Zwischen 3.000 und 100.000 Euro ist alles dabei. Die Schere geht extrem auseinander."

Servierwagen mit Küchenelementen


Aber der Markt bietet auch viele einfache Einheiten an, die wenigstens rudimentäre Küchenelemente beinhalten. Sie erinnern oft an Servierwagen. Darin eingepasst sind Grillgeräte, es gibt manchmal auch eine Spüle und eine Kühlbox. Manche haben sogar Induktionsherde dabei und Arbeitsflächen zum Vorbereiten. Und vor allem: Sie sind rollbar oder mindestens so klein und kompakt, dass man sie gut mit etwas Hilfe bei schlechtem Wetter ins Haus oder die Garage tragen kann. Und wer es aufwendiger mag, kauft zwei verschiedene Elemente - so hat man auch eine Art Küchenzeile mit mehr Stauraum.

"Multifunktionalität und Modularität stehen im Fokus", hat auch Messeexperte Lohrberg beobachtet. "In der Standard-Variante verfügen Outdoorküchen meist mindestens über eine Kochstelle und eine Grillfunktion. Gleichzeitig können aber auch weitere Anwendungen hinzugefügt werden." Dem Herzstück sollte natürlich besonderes Augenmerk gelten: "Mit einem Grill kann man alles machen. Wir können garen und backen, braten, dünsten, dämpfen und woken. Was braucht man mehr?", erklärt Christ. Er ersetzt zur Not also sogar die Kochplatten. Das haben auch einige Hersteller erkannt: Sie bieten daher inzwischen Grillgeräte an, die immerhin mit etwas Futter drumherum kommen - etwa eingepasst in einen Holztisch, wodurch man direkt neben dem Rost Ablage- und Arbeitsflächen hat.

Ein Grill als Herzstück reicht im Grunde für das Kochen im Freien


Martina Meuth und Bernd "Moritz" Neuner-Duttenhofer, deren Kochshow "Kochen mit Martina und Moritz" im WDR läuft, finden sogar, ein Grill als Herzstück reicht im Grunde für das Kochen im Freien. Denn: "Häufig geht es bei diesen Outdoorküchen um Prestige und nicht darum, dass das Essen im Mittelpunkt steht", sagt Meuth. Außerdem finden sie es doch bedenkenswert, dass eine ganze Küche in den oft unbeständigen Sommern auch nicht so oft zum Einsatz kommen kann. Mit einer kleinen Grill-Einheit bleibt man da flexibel, auch bei anderen Wetterlagen: "Man kennt das ja: Bei 40 Grad in der Sonne ist es zu heiß. Und an windigen Tagen ist es im Schatten zu kalt. So kann man den Grill dort hinstellen, wo es am besten ist", sagt Neuner-Duttenhofer.

Die TV-Köche haben in einen individuell angefertigten Grill vom Schlosser investiert. Mit einem Wok-Deckel lässt sich hierauf bei verschiedenen Temperaturen garen. Und Hobbybastler könnten sich noch selbst eine Arbeitsplatte daran setzen, empfiehlt das Paar. Für sie ist es wichtig, die Gäste vom Kochen im Garten nicht auszuschließen. Dafür haben sie neben dem Grill noch einen Standwok. "So kann man direkt am Tisch eine frische Gemüsepfanne zubereiten, ohne dass man die Gäste alleine lassen muss."

Die Gäste einzubinden, dazu rät Lohrberg auch: Auch das Vorbereiten, einen Aperitif trinken, mit den Gästen plaudern, das gehört für ihn zum Kochen im Freien. "Aus gemeinsam essen wird gemeinsam kochen", sagt Lohrberg. So kann man sich noch einen Barcaddy zu zulegen - für den gekühlten Prosecco, der die Grillzone zur Minibar erweitert.

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