Die schlimmsten Aussagen aus dem FPÖ-Buch "Für ein freies Österreich"

Norbert Hofer verteidigt weiterhin das FPÖ-Buch "Für ein freies Österreich". Diese Aussagen sind schockierend nationalistisch, rassistisch und frauenfeindlich.

In der gestrigen ATV-Sendung "Klartext" verteidigte Norbert Hofer erneut das Buch "Für ein freies Österreich. Souveränität als Zukunftsmodell". Verfasser des Buches, das vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands als rechtsextrem eingestuft wurde, ist der Wiener FPÖ-Bezirksrat Michael Howanietz. Norbert Hofer hat als Herausgeber das Vorwort verfasst.

Im Puls4-Interview vom 6. Oktober hatte Hofer noch erzählt, dass der Autor heute Wörter wie "Brutfplege" nicht mehr wählen würde, das Buch kam allerdings erst 2013 heraus. Grundsätzlich sei der Inhalt aber in Ordnung und man solle die Diskussion rund um das Buch jetzt auch nicht übertreiben. In der gestrigen ATV-Folge meinte Hofer erneut, dass das Buch insgesamt kein Fehler war, sowie dass die "Faschismuskeule", ihn als rechtsextremen Menschen darzustellen, vollkommen aus der Luft gegriffen sei.

Nach wie vor kann sich jeder oder jede selbst ein Bild darüber machen, wie rechtsextrem er oder sie das Buch tatsächlich findet, es ist frei auf der FPÖ-Seite zugänglich. Neben Gender-Theorien und "Massenzuwanderung" scheinen Howanietz größte Feinde Fast Food und die omnipräsente Mediennutzung zu sein, die uns von einem gesunden Leben aufhalten. Seine Sorge um die Umwelt sowie sein Hass auf große Unternehmen, Globalisierung, die EU und Handel scheinen eine Koalition mit der ÖVP eigentlich undenkbar zu machen, aber man wird sich noch wundern, was alles möglich ist. Obwohl hin und wieder Statistiken zitiert werden, werden viele Argumente durch Anekdoten legitimiert und wirken eher willkürlich zusammengewürfelt. Allein die Verwendung von Vokabular wie "Brutpflege" oder "autochthone Österreicher" wirkt natürlich schon extrem, ein absolut frauenfeindliches und rassistisches Weltbild lässt sich aber jedenfalls nicht abstreiten. Anschließend finden sich die schlimmsten Zitate aus "Für ein freies Österreich. Souveränität als Zukunftsmodell", von denen sich Norbert Hofer - im Gegenteil zu HC Strache - nach wie vor nicht distanziert hat.

Über Frauen am Arbeitsmarkt:

Wie immer sie geartet sein mag, jede Organisation verliert in den Augen sowohl männlicher als auch weiblicher Betrachter, an Ansehen, je höher der Frauenanteil ist und je bedeutender die von Frauen bekleideten Positionen sind.

Für ein freies Österreich, S. 118

Als Legitimierung von Vergewaltigungskultur:

Als Ergebnis der Verweiblichung tragen die "höheren Töchter" heute Bart und Anzug, während die Schaffung eines arbeitsevolutionären Zwischengeschlechts junge Frauen lehrte, ihren "Mann zu stehen" (diesen aber, so vorhanden, nicht zu ver-stehen). Nur im Beruf freilich, denn das beglückende Wunder der Mutterschaft wurde erfolgreich persifliert, sodaß manche junge Dame ihre zunächst gewollte Schwängerung bald für einen sexistischen Übergriff hält.
Für ein freies Österrreich, S. 118

Darüber, dass der Life-Ball schuld an Konzern-Privatisierungen ist:

Eine Bevölkerung, die durch indiskutable Knebelverträge um den letzten Rest ihrer Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit gebracht wird. Ohne etwas davon zu bemerken allerdings, denn Berichte über Homosexuellenbälle und aufdringliche B- und C-Prominenz sind dem medialen Karussel wichtiger als die Vermittlung existentiell wichtiger Informationen.
Für ein freies Österreich, S. 128

Über den Thron des Familienoberhaupts und die Brutpflege:

Der vom Thron des Familienoberhaupts gestoßene Mann sehnt sich unverändert nach einer Partnerin, die trotz hipper den-Mädels-gehört-die Welt-Journale, in häuslichen Kategorien zu denken im stande ist, deren Brutpflegetrieb auferlegte Selbstverwirklichungsambitionen überrragt. Die von feministischen Dekonstruktionsehrgeiz zur selbstverwirklichungsverpflichteten Geburtsscheinmutter umdefinierte Frau sehnt sich nach einem ganzen Kerl, der ihr alle die emotionalen und ökonomischen Sicherheiten gibt, die eine junge Mutter braucht, um sich mit weitgehend sorgloser Hingabe dem Nachwuchs zuwenden zu können.
Für ein freies Österreich, S. 32

Wie man Geburten im globalen Süden beschränken sollte:

Die Geburten- und damit Bevölkerunsgzahl müßte, namentlich in der sogenannten dritten Welt, begrenzt werden. [...] Was ist also der menschliche Zugang: die fortgesetzte Massenproduktion von Kindern zu erlauben, deren Leben nichts als Leid bis zu einem frühen Sterben bedeutet, oder aber in diesen Kreislauf einzugreifen, indem Eltern vorab den Nachweis zu erbringen haben, die von ihnen in die Welt gesetzten Kinder auch mit allem Lebenswesentlichen, auf emotionaler und Güter-Ebene, ausreichend versorgen zu können? Politisch korrekt ist selten ident mit moralisch vertretbar.
Für ein freies Österreich, S. 83

Der Mangel an Vorbildern in Form von Soldaten und Rittern:

Orientierung braucht Vorbilder. Ob der drogensüchtige Gitarrist oder der alkoholkranke Schauspieler als Vorbild taugen? Eher nicht. Es sei denn, eine Gesellschaft wählt deren Schwächen zum kollektiven Wegziel, Sportler sind die letzten verbliebenen Idole, die noch als "Helden" gefeiert werden dürfen, da alle anderen althergebrachten Ideale, wie etwa die Verkörperung soldatischer Tugenden, die Ideale der Ritterlichkeit, dem Zeitgeist geopfert werden mußten.
Für ein freies Österreich, S. 35

Über Männerrechte, die von zugewanderten Amokläufern beschnitten werden?

Bei den Fremden ist jede Verallgemeinerung unzulässig. [...] Während die nichtösterreichische Herkunft des Täters so lange wie möglich verschwiegen wurde, ertönte der Ruf nach Betreuungsverboten für "Problemväter" in Kindergarten, Schule oder Krankenhaus sofort. [...] Wie kommen tausende unbescholtene österreichische in Scheidung lebende und / oder geschiedene Väter dazu, unter Auflagen zu leiden, die einem zugewanderten Amokläufer zu verdanken sind?
Für ein freies Österreich, S. 41

Über Nord-Süd-Beziehungen und wie Afrikaner unsere Kinder in Sucht und Unglück treiben:

"Grundfalsch und verstandesfern ist der gutmenschliche Ansatz, afrikanische Drogendealer, die unsere Kinder hierzulande in Sucht und Unglück treiben, als Kompensation für die Verbrechen westlicher Firmen in Afrika zu sehen".
Für ein freies Österreich, S. 59

Die gesellschaftlichen Hürden durch die Emanzipierung der Frau:

Die Verweiblichung ihres Umfeldes - nur weibliche Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen... stellt Knaben vor größte Probleme bei der Entwicklung eines tragfähigen Selbstbildes. Die Schaffung eines dritten Geschlechts, der "Frau, die ihren Mann steht", wirft ebenso große Hürden für Mädchen auf, die sich mit dem als reaktionär stigamtisierten, in ihrem Innersten aber naturgemäß verankerten Wunsch, füsorgliche Mutter zu sein, zu identifizieren. [...] Der unleugbaren Verweiblichung unserer Gesellschaft in Erziehungsfragen steht spätestens im Berufsalltag eine brutale Ellbogengesellschaft gegenüber, die männliche Tugenden abverlangt, die nicht erlernt werden konnten."
Für ein freies Österreich, S. 110

Wie das Aufbrechen von Geschlechterrollen für jugendliche Verhaltensauffälligkeiten verantwortlich ist:

Einem evolutionären Konzept, das sich an biologischen Gegebenheiten orientiert: der von keiner anderen Emotion überragbaren Mutter-Kind-Bindung und des mütterlichen Brutpflegetriebes einerseits sowie des Vaters als Versorger und Beschützer der Familie. [...] Ob und für welche jugendlichen Verhaltensauffälligkeiten das mutwillige Aufbrechen des Schutzraums Familie verantwortlich gemacht werden darf, ist umstritten.
Für ein freies Österreich, S. 119

Wie wir Buben mit pastellrosa zur Aggression erziehen:

Das Mädchen muß in einer Welt bestehen, die von Männern konzipiert wurde und männliche Lösungskompetenz braucht, um in ihr zu reüssieren. Der Junge kommt aus pastellrosa gefärbten Erziehungsbetrieben und hat, zwischen Innenausrichtung, Passivität und Problemlösung durch Sitzkreis und Kuschelkurs, nie gelernt, maskuline Prinzipien wie Abgrenzung, Außenausrichtung oder Durchsetzung zu artikulieren. Als Ventil, dies doch zu tun, bleiben ihm oftmals nur gruppendynamische Aufarbeitungsprozesse, die sich in mißverständlich für besonders männlich erachteten Ersatzhandlungen wie etwa Gewalttätigkeiten entfalten.
Für ein freies Österreich, S. 112 und 113

Über die Notwendigkeit zur Militarisierung:

Die Wahrheit klingt in einem als "tolerant" bezeichneten, tatsächlich aber auf Selbstabschaffung programmierten Umfeld oft provokativ. Faktum aber ist und bleibt: Ein Land, in dem mehr Partyzelte als Armeezelte stehen, ist zwangsläufig dem Untergang geweiht, weil der Eroberung durch feindliche Mächte preisgegeben.
Für ein freies Österreich, S. 37
"Schulprobleme, Alkohol- und Drogenmißbrauch, Komasaufen ab 12, Spielsucht... Unsere Kinder sind heute zahlreichen "Verlockungen" ausgesetzt. [...] Es fehlen die geschlechtsspezifische Initiation, ja oftmals die grundlegendsten geschlechtsspezifischen Prägungen. Was anerzogen wird, halt allzu oft wenig Deckungslgeichheit mit dem inneren Schaltplan von Buben und Mädchen zu tun.
Für ein freies Österreich, S. 110

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