Die Salat-Lüge

Salate sind wie Männer: Es gibt ein paar gute – und jede Menge, die uns gar nicht bekommen. Leider sehen gerade die, die uns am Ende frustriert und fett sitzen lassen, am Anfang besonders gesund und lecker aus. Wie Sie vermeiden, auf einen grünen Betrüger reinzufallen? Wir verraten’s Ihnen.

Es gibt Beziehungen zu Lebensmitteln, die frau besser nicht eingehen sollte - auch wenn die Anziehungskraft noch so groß ist. Sich in Chips, Schoko und Co. zu verlieben, ist z. B. keine gute Idee. Denn das kurze Vergnügen mit ihnen bereuen wir hinterher meist genauso wie einen One-Night-Stand mit einem Disco-Flirt. So weit, so eh klar.

Schlaue Betrüger
Doch blöderweise sind nicht alle notorischen (Figur-und Nährwert-)Betrüger so leicht zu erkennen wie fett-, salz- oder zuckerhaltige Snacks. Oder hätten Sie vermutet, dass Sie Ihr Salat - der Inbegriff des verlässlichen Partners in Sachen gesunder, kalorienarmer Ernährung - mit großer Wahrscheinlichkeit nach Blatt und Stängel bescheißt?


Mr. Green ist nämlich oft gar kein Mr. Right. Der deutsche Lebensmittelchemiker Udo Pollmer etwa bescheinigt so manchem Grünzeug die ,,Ernährungsphysiologie eines feuchten Papiertaschentuchs". Und Diätberaterin Sharon Natoli kennt sogar nicht wenige Salat-Varianten, die mehr Kalorien enthalten als ein ganzes Fastfood-Menü.

Sollten Sie sich also zukünftig von Blattgemüse fernhalten, um gesund und schlank zu bleiben? Nicht doch! Hans Hauner, Ernährungsmediziner an der Universität München, empfiehlt sogar, Salat auf den Speiseplan zu setzen - vor die eigentlichen Mahlzeiten: „Denn er hat eine vorsättigende Wirkung."


Trotzdem ist es beim Essen eben wie mit der Liebe: Man muss sich für den richtigen Partner entscheiden, um glücklich zu werden. Aber das ist in Sachen Gemüse Gott sei Dank nicht annähernd so schwierig wie in puncto Männern - wenn man einige Regeln beachtet. Welche Salat Sie betrügen und welche es ehrlich meinen, erfahren Sie hier.

Wie Ihr Salat länger frisch bleibt, lesen Sie auf Seite 2.

Damit die Salat-Liebe lange hält
Jede Beziehung braucht ein paar Spielregeln, auch wenn der sorgfältig gewählte Partner noch so lieb ist. Folgendes sollten Sie beachten, wenn Sie sich für einen Salat entschieden haben:

- Frisch verliebt: Salat sollte immer frisch sein. Heißt: Heimische Produkte und saisonale Sorten kaufen. Hat man ihn einmal daheim, verzehrt man den Salat am besten möglichst bald - und bewahrt ihn bis dahin im Kühlschrank auf, denn bei kühler, dunkler Lagerung wird der Abbau von Vitaminen und Inhaltsstoffen noch am ehesten gebremst.

- Kein Rendezvous nach 18 Uhr: Viele Menschen vertragen Grünzeug vor dem Schlafengehen schlecht. Die häufigsten „Nebenwirkungen": Sodbrennen, Magenschmerzen, Verdauungsprobleme. Wenn Sie nicht aufs abendliche Date verzichten wollen: Den Salat als Vor- oder Zuspeise zu gekochten, warmen Lebensmitteln verzehren. Dann werden die Magenschleimhäute nicht so leicht gereizt.

- Saure Typen sind lustiger: Die Säure in Zitronensaft oder Essig regt die Produktion von Verdauungssäften an und macht den Salat so leichter verdaulich.

- Bio l(i)ebt sich´s länger: Bio-Salate enthalten nach neusten Studien zumindest etwas mehr Vitamin C, E und Beta-Carotin als Gemüse aus konventionellem Anbau. Außerdem bedeutet „Bio" einen niedrigeren Wassergehalt und damit prozentuell mehr Aroma- und Geschmacksstoffe. Die Belastung mit Schadstoffen wie etwa Pestiziden ist in Bio-Ware auch geringer.

- Auf die Beziehungshygiene achten: Gerade im Hinblick auf Pflanzenschutzmittel oder andere Schadstoffe ist es wichtig, den Salat zu waschen. Aber nur kurz, denn ansonsten werden wasserlösliche Vitamine und andere wertvolle Inhaltsstoffe ausgeschwemmt. Lässt man den Salat im Wasser liegen, haben sich nach 15 Minuten bis zu 30 Prozent der Vitamine verabschiedet.

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