Die Regenbogentruppe

Ein Buch aus Indonesien begeistert die Welt: "Die Regenbogentruppe" ist in 25 Sprachen übersetzt worden - nun auch ins Deutsche. Dabei hatte Andrea Hirata seinen autobiografischen Roman ursprünglich für seine Lehrerin geschrieben.

In Indonesien ist sogar ein Film nach dem Roman gedreht worden. Nicht erstaunlich, schreit doch der Stoff nach einer Adaption für die große Leinwand: Erstmals seit Jahrzehnten dürfen zehn Arbeiterkinder einer indonesischen Siedlung - in der nur reiche Kinder auf einer Eliteschule unterrichtet werden - zur Schule gehen.

Treibende Kraft ist ihre erst 15-jährige Lehrerin Bu Mus: Sie pflanzt den Kindern mit viel Herzenswärme Sinn für Bildung ein - mit dem Ziel, dass es die zehn einmal besser haben als ihre Eltern, die Minenarbeiter oder Fischer sind. Und dank des Engagements der Lehrerin erkennen die Kids: Sie haben wie jeder Mensch ein Recht auf Bildung, auch wenn dieses in ihrem Ort lange genug mit Füßen getreten wurde.

Hart ist´s. Fast jeden Tag stellen sich Bu Mus und ihren Schützlingen jede Menge Hindernisse in den Weg: Die Schulbehörde boykottiert, es gibt keine Schulmaterialien, keine Toilette und überhaupt ist das Schulhaus eine Bruchbude.

Einer der Schüler aus der Truppe, die bunt ist wie das Leben, stellt sich als besonderes Genie heraus. Er hat es aber auch besonders schwer: Er muss jeden Tag auf einem Fahrrad, das für ihn viel zu groß ist, 20 Kilometer hin- und zurückradeln - und auch schon mal einem Krokodil mitten auf dem Weg ausweichen. Wer so viel auf sich nimmt für Mathematik und Geografie, muss die Schule, muss das Lernen wirklich lieben. Oder bittere Armut erlebt haben, ein Leben ohne Träume ...

Arm gegen reich. Hiratas Roman aber handelt von ganz vielen ( kindlichen) Träumen, von ersten Lieben und von Davidgegen-Goliath-Siegen. Dennoch ist die Geschichte weder kitschig noch sentimental. Und deshalb, so viel sei verraten, gibt es auch nicht für die gesamte Regenbogentruppe ein Happy End. Ein großartiges Porträt bewunderswerter Menschen und der Beweis dafür, dass Schule durchaus ein Ort sein kann, an dem man fürs Leben lernt.

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