Die Profi-Esser

Ihr Auftrag ist gesunde Ernährung, doch was sie selbst so essen, behalten sie in der Regel für sich. Bis jetzt! Wir haben drei Ernährungsprofis auf den Teller geschaut und äußerst interessante Einblicke gewonnen.

Ernährungsberaterin und TV-Moderatorin

Wie fühlt man sich als Ernährungsberaterin der Nation?
Beobachtet. Ich bin von Natur aus ein relativ privater Mensch und musste erst lernen, damit umzugehen, dass die Leute einem ins Einkaufswagerl schauen und einen beim Essen beobachten.

Passt man sich in der Öffentlichkeit an?
Ich ernähre mich so, wie ich es empfehle. Damit habe ich nix zu verstecken. Solange man es die meiste Zeit richtig macht, kann man hin und wieder auch eine Leberkäsesemmel essen oder zu McDonald's gehen. Ich habe nur keine Lust auf Handyfotos, die im Internet zur Schau gestellt werden - nach dem Motto „Ein Riesenskandal: Die Ernährungsberaterin geht zum Fast-Food-Restaurant!". Deswegen verzichte ich lieber drauf. Lust auf einen Burger habe ich eh nur ganz selten. Aber wenn ich irgendwo bin, wo man mich nicht kennt, dann gönne ich mir das auch.

Das Wichtigste am Essen?
Der Genuss. Ich kann's nicht mehr hören, wenn Leute sagen: „Aber hin und wieder muss man schon etwas für den Genuss essen." Dann sage ich: „Ja, und zwar jede einzelne Mahlzeit!" Die meisten unterschätzen, wie gut gesunde Ernährung schmeckt. Aber zugegeben: Das, was die meisten Leute fabrizieren, wenn sie gesund kochen, ist auch nicht essbar.

Ihre Leibspeise?
Rote oder grüne thailändische Currys mit Kokosmilch, z. B. mit Lachs drin.

Was mögen Sie nicht?
Innereien, aber das ist sicherlich kein großer gesundheitlicher Verzicht. Bäh! Allein Leberknödel, welch ein Gedanke! Und Algen. Die sind zwar supergesund, aber damit kann man mich jagen.

Welches Lebensmittel wird in Ihren Augen unterschätzt?
Wahrscheinlich der Brokkoli. Einer meiner Professoren hat einmal gemeint: „Die Antwort ist immer Zink oder Brokkoli. Es hilft für alles."

Was wird überschätzt?
Wurstsemmeln! Das ist keine Mahlzeit!

Ihre Empfehlung für den schnellen Snack unterwegs?
Nüsse, Kerne oder ein Stück Obst. Das kann man überall mitnehmen und ist nie peinlich. Der Generaldirektor kann problemlos in einer Besprechung ein paar Haselnüsse essen, ohne dass sich jemand fragt, was er denn da tut. Wenn er mit dem selbstgeschroteten Müsli ankommt, fragt man sich vielleicht schon, ob er einen Knall hat.

Liebste Sünde?
Dunkle Schokolade, dicht gefolgt von Rotwein und Prosecco. Obwohl, ich hab deswegen keine Chips oder Salzstangen zu Hause, weil ich weiß, dass ich nicht daran vorbeigehen kann.

Die Walleczek Methode.
Das 4-Wochen-Programm von Sasha Walleczek als Hörbuch,
Universal, um € 17,90.

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