„Die Österreicher haben's gern a bissl größer!“

Gerhard Fuchs, Ralf Zacherl, Greg Malouf, Frank Zlomke, Gianluigi Bonelli: Fünf internationale Ausnahmeköche beim „Olymp Culinaric“ in Wien.

Gerhard Fuchs, Ralf Zacherl, Greg Malouf, Frank Zlomke, Gianluigi Bonelli: Fünf internationale Ausnahmeköche beim „Olymp Culinaric“ in Wien, nächstes Jahr geht’s nach London.

Text Elisabeth Ruckser

Am Anfang stand die Idee des Networkings: Eine hochwertige Plattform sollte entstehen, um dort geschäftliche Kontakte knüpfen zu können. Und weil alle gern gut essen und trinken, kam am Ende des Tages der kulinarische Olymp heraus: Ein High Level Networking-Event, bei dem die besten Köche der Welt am Herd stehen. Der Olymp Culinaric brachte heuer Spitzenköche aus fast allen Kontinenten nach Wien, nächstes Jahr soll das Mega-Ding (der Preis pro Gast liegt bei satten 400 Euro) mit neuer Besetzung in London über die Bühne gehen.
„Ja manchmal muss man schon aufpassen, dass man nicht die Bodenhaftung verliert“, sagte dazu der deutsche Superstar Ralf Zacherl, „aber die Hauptsache ist nach wie vor, dass man Spaß dabei hat, und das trifft auf diese Veranstaltung voll und ganz zu.“ Networking sei auch für Köche ein großes Thema, und anderen, berühmten Kollegen bei der Arbeit über die Schulter zu schauen ebenso. Außerdem hätten Kochevents dieser Klasse hierzulande geradezu Tradition, man denke nur an die Ikarus-Night im Salzburger Hangar 7, wo einmal im Jahr ebenfalls die absoluten Top of the Tops der weltweiten Kochszene zusammenkommen. „Ich glaub, die Österreicher haben’s gern a bissl größer“, ist jedenfalls Zacherls Schlussfolgerung dazu.
Der österreichische Vertreter, Gerhard Fuchs, reiste für den Koch-Olymp „nur“ aus der Steirermark an, wo der junge 3-Hauben-Koch derzeit absolute Hochsaison daheim beim Kreuzwirt am Pössnitzberg hat. Was der Hype rund um Koch-Events dieser Größenordung seiner Meinung nach bringt? „Die Entwicklung der letzten Jahre hat sicher entscheidend dazu beigetragen, dass sich die Menschen generell mehr für ordentliches Essen interessieren.“ Denn es gehe immer ums Produkt – und nicht um zwanghafte Überkreativität. Und da habe sich in den letzten fünf bis zehn Jahren einfach viel getan, „sowas weckt das Interesse.“
Die Weinauswahl beim Olymp Culinaric ist übrigens ebenfalls made in A: Josef Schuller, Leiter der Weinakademie Rust und Österreichs einziger „Master of Wine“, zeichnete dafür verantwortlich. Und apropos Auswahl: „Wir haben versucht, die in ihrer Qualität beständigsten Köche der Welt hierher zu bringen“ , erläutert Olymp Culinaric-Erfinderin Nina Billinger die Kriterien.
Die Veranstaltung ging in Kooperation mit Do & Co über die Bühne, mit an Bord heuer weiters : Greg Malouf, australischer Superstar mit libanesischen Wurzeln (und im Oktober auch Gastkoch im Ikarus, im Hangar 7 in Salzburg), Gianluigi Bonelli, hochgelobter Molekular-Künstler des hippen Kee Club in Hongkong und Frank Zlomke vom Bosman’s Restaurant in Südafrika. Allesamt mit jeder Menge Sterne und anderen Auszeichnungen dekoriert.
P.S.: Schade nur, dass sich keine der zahlreichen internationalen Küchenchefinnen für den ersten Olymp fand, aber nächstes Jahr sieht das ja vielleicht schon anders aus …


Die Stars der internationalen Kochszene beim Olymp Culinaric in Wien: Der beste Koch Südafrikas, Frank Zlomke, Superstar Greg Malouf aus Australien,
TV-Meisterkoch Ralf Zacherl, Haubenkoch Gerhard Fuchs aus der Steiermark und
der Molekularküchen-Meister Gianluigi Bonelli aus Hongkong (v.l.n.r.).


Fuchs: "Es geht ums Produkt, nicht um zwanghafte Überkreativität."


Zacherl: "Die Hauptsache ist, dass es Spaß macht!"


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