Die neuen Romantiker

Dmitri Glukhovsy,30: Der realistische Fantast

Er gilt als größte Entdeckung in der russischen Literaturszene. Den ersten Teil seines Fantasy- Bestsellers gibt es sogar schon als Computerspiel.

Klein zu denken war noch nie sein Ding. „Ich will den Olymp der russischen Literatur stürmen“, tönte er schon vor Jahren, als er noch als Fernsehreporter arbeitete – und nachts vom Schriftstellerdasein träumte. Ein Großkotz? Nicht unbedingt. Was für Glukhovsky spricht, ist, dass er sich trotz Hürden nie von seinem Weg abbringen ließ. Bereits 2002 hatte er das Manuskript für Metro 2033 an Verlage geschickt. „Die meisten haben es nicht einmal gelesen, und abgelehnt. Man hat mir dann oft erklärt, das Buch passe nicht ins Programm.“

Der Inhalt seines Fantasy-Romans: Im Jahr 2033 wird durch einen Krieg die Bevölkerung nahezu ausgelöscht. Überlebende flüchten ins Moskauer U-Bahn-Netz und bauen dort eine neue Zivilisation auf. „Weil es niemand wollte, habe ich es dann auf meiner Internetseite selbst veröffentlicht und Links in Science- Fiction-Foren gepostet. Ich hatte tausende Leser und die wollten mehr.“ Also schrieb er weitere acht Kapitel – und im Jahr 2007 standen die Verlage Schlange, um das 784 Seiten starke Werk zu veröffentlichen. In Russland landete das Debüt auf Anhieb in den Bestsellerlisten – und auch international klappte der Verkauf. Glukhovsky: „Ich habe fünf Jahre daran geschrieben und fünf Jahre darum gekämpft. Der Lohn: Ich kann mir drei Monate Ferien leisten. Unverändert ist allerdings, dass ich immer noch mit der Moskauer U-Bahn fahre.“

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