Die neuen Essstörungen

Orthorexia – nur das „Richtige“ essen.
Orthorektiker sind fixiert auf die Vermeidung von „ ungesundem“ Essen. Wenn dieses Verhalten zu einem hohen Leidensdruck führt (Isolation, Schuldgefühle, Missionierungs-eifer), kann von einer Essstörung gesprochen werden. Oft ist orthorektisches Verhalten eine „Ausstiegsdroge“ für eine zugrunde liegende schwerere Essstörung.

Vigorexia – ein Bissen, zehn Sit-ups.
Die Betroffenen sind unzufrieden mit ihrer Figur und treiben exzessiv Sport. Jede Kalorie, die nicht dem Muskelaufbau dient, wird abtrainiert. Der Preis: Das Sozialleben leidet, Vereinsamung und Depressionen sind die Folge. Das Training mit hohen Gewichten, um ein schnelleres Ergebnis zu erzielen, kann zu körperlichen Schäden führen. Steroid-Missbrauch ist unter Männern häufig.

Diabulimia – weniger Insulin, weniger Gewicht.
Diabulimia tritt bei Diabetes-1-Patienten auf. Normalerweise reguliert Insulin den Stoffwechsel. Ist die Hormonbalance gestört, können die Zellen die Energie aus Kohlehydraten nicht mehr nutzen. Die Folge: Gewichtsverlust. Spritzen die Betroffenen nun Insulin, nehmen sie oftmals wieder zu. Es sind mehrere Fälle bekannt, in denen Betroffene aus Angst um die Figur ihre Insulindosis reduziert haben. Mit gefährlichen Folgen, wie etwa Hyperglykämie.

Night Eeater Syndrome – nächtlicher Hunger.
Night-Eating-Patienten essen nachts, um ihre Schlafstörungen in den Griff zu bekommen. Meist sind es süße Dickmacher, die dann verschlungen werden. Häufig leiden die Betroffenen unter Stress und Depressionen. Um dem Teufelskreis von Hungergefühl und Schlafstörungen zu entkommen, braucht es Therapie.

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