Die neue Dauerwelle

Viele Jahre war die Dauerwelle „megaout“. Man sah sie nur mehr auf den Köpfen älterer Damen. Doch jetzt kommt die Lockenpracht zurück. Aber keine Sorge: Die neuen „permanent curls“ wirken weich und natürlich.

Leicht kommt den Friseuren das Wort „Dauerwelle“ noch nicht über die Lippen. Ein Experte, den wir dazu befragen wollten, wollte lieber gar nicht mit uns darüber reden. Zu tief sitzen die Assoziationen an die modischen Untiefen der Achtzigerjahre, als Frauen und Männer wie Pudel aussahen und Fußballer wie Rudi Völler oder Paul Breitner das Image des Lockenkopfes für Jahrzehnte ruinierten.

Fast dreißig Jahre lang lief auf unseren Köpfen alles glatt, doch neuerdings orten Trendspione Unruhe im Haar: Vor allem junge Frauen wollen es wieder wilder treiben, wünschen sich statt strenger Formen großzügige voluminöse Locken wie bei Giselle Bündchen, Jennifer Aniston, Herzogin Kate oder Larissa Marolt.

Wer als Naturglatte diesen Trend mitmachen will, braucht Techniken, die das Haar ­dauerhaft in Schwung bringen. Und dabei ist die lang belächelte Dauerwelle durchaus ­hilfreich. Heike Schönherr, Schulungs­leiterin bei Schwarzkopf Professional, erklärt die Vorteile einer modernen Dauerwelle und was bei diesem Trend zu beachten ist.

Was wird 2015 alles neu an der Dauerwelle sein?

Die Techniken und ­Chemikalien sind viel schonender als früher. Immerhin ist heute fast jede Frau farbbehandelt und da muss eine zusätzliche chemische Umformung sehr sanft sein, um das Haar nicht zu schädigen.

Welche Art von Locken sind dabei gerade besonders gefragt?

Möglich ist alles, aber besonders beliebt sind große, natürlich aussehende Locken, die dem Haar Bewegung verleihen. Vielen Frauen ist wichtig, dass sie diese Locken zu ­Hause leicht ausföhnen können. Sie mögen es flexibel – heute lockig, morgen glatt. Besonders gefragt sind deshalb auch ganz leichte Dauerwellen, die sich nach ein bis zwei Monaten aushängen. Dadurch vermeidet man die früher oft lästigen Nachwuchsprobleme: glatter Haaransatz, krause Spitzen.

Wer hat dem neuen, alten Trend denn den Weg bereitet?

Vor allem jüngere Frauen lieben den neuen lockigen Undone-Look im Stil von Larissa Marolt. Glatthaarige tun sich hier ohne chemische Unterstützung schwer.

Erzählen Sie uns einmal, was eigentlich genau beim Dauerwellen passiert mit dem Haar ...

Durch Chemie werden Bindeglieder im Haar gelöst. Es nimmt anschließend jede Form an – bei der Dauerwelle eben die, die die Wickeltechnik vorgibt. Je größer der Wickler, desto größer die Locke. Mittels chemischer Fixierung wird die neue Form dann in der Haarstruktur versiegelt.

Riecht die Dauerwelle noch immer so komisch wie früher?

Sie riecht immer noch ein bisschen, aber längst nicht mehr so stark wie früher. Auch die Parfumstoffe ­haben sich stark verbessert.

Welche Wickeltechniken kommen heute zum Einsatz?

Neben den klassischen Wicklern gibt es auch Dauerwellen, die ganz ohne diese Hilfsmittel auskommen. Dabei werden die Haare z. B. einfach über den Finger zur Locke gedreht und festgeklippt und dann mit Dauerwellpräparaten behandelt.

Was ist bei der Pflege von dauergewelltem Haar zu beachten?

­Umgeformtes Haar braucht sehr viel Pflege und Feuchtigkeit. Verwenden Sie deshalb regelmäßig feuchtigkeitsspendende Haarkuren. Professionelle Pflege­serien sorgen dafür, dass die Locken definiert wirken und viel schöner in Form springen.

Wie wird dauergewelltes Haar gestylt, damit die Lockenfrisur optimal zur Geltung kommt?

Das kommt darauf an, welchen ­Effekt man erzielen will. Für ein noch stärkeres Lockenergebnis kann man natur- oder leicht ­dauergewelltes Haar mit dem Lockenstab nach­behandeln. Die „undone Glamour­locken“, die in unseren aktuellen Essential-Looks zu sehen sind, werden zusätzlich mit der Rundbürste ausgearbeitet. Fakt ist: Eine tolle Frisur braucht immer das Zusammenspiel aus Pflege und Styling und da haben wir heute zum Glück unendlich viele Möglichkeiten.

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