Die männliche WIENERIN

Ein Mann bei einem Frauenmagazin? Ja, das gibt’s. Unser Redakteur Ljubiša Buzić feiert heute sein Einmonatiges und berichtet darüber, wie er die WIENERIN in sich entdeckte.

Hallo! Mein Name ist Ljubiša Buzić. Auch wenn der Vorname auf a endet, bin ich männlich. Und seit genau einem Monat Redakteur bei der WIENERIN. Mit meinem Erscheinen habe ich die Männerquote in der Redaktion um 100 Prozent gehoben. Ich bin nicht der einzige Mann in der Firma (ein paar gibt es schon in der IT, Anzeigenverkauf, Geschäftsführung etc.), aber eben der einzige in der Redaktion.

Was kann ich nach einem Monat sagen? Mal sehen… Es gibt hier immer einen Vorrat an Schokolade (was meinen Schoko-Konsum außer Kontrolle geraten lassen könnte). Die Männertoilette war bisher noch kein einziges Mal besetzt. Und seit diesem Monat brauche ich morgens wesentlich länger, um mein Gewand auszusuchen (Meine Freundin hat den Satz „Kann ich das anziehen?“ in den letzten dreißig Tagen sicher dreißig Mal gehört). Ich werde definitiv Curated Shopping probieren (liebe Katharina, dein Bericht hat wirklich Lust darauf gemacht), demnächst mal selbst Brot backen (danke Ursula!) und ich habe gelernt, was ein Key-Piece ist (bin noch nicht sicher, ob das auf meine abgewetzte dunkelblaue Jacke zutrifft) – und ich bin mit den Worten „Ich suche ein neues Key-Piece“ ins nächste Modegeschäft marschiert (der graumelierte Pullover mit Kapuze!).

Ran ans Kekse-Backen!


Ich konnte mir ein paar Witzeleien von männlichen Freunden anhören (ja, wir haben für diese Geschichte wirklich selbst Kekse gebacken!), dafür waren alle Frauen begeistert. Und ich habe dank zahlreicher Artikel jede Menge nützlicher Tipps für mein Liebesleben bekommen (woher weiß Karen Müller eigentlich so genau über meine Beziehung Bescheid??). Auf die zahlreichen und kreativen Sex-Tipps hinauf ich ein paar sehr lustige Gespräche mit meiner Freundin geführt – und bei Gesprächen ist es nicht geblieben (danke, Online-Redaktion!).


Duftkerzen & Co.


Vor der WIENERIN habe ich in einer Redaktion gearbeitet, die fast ausschließlich männlich war – wir hatten nur eine Frau (Sandra, ich bewundere deine Nervenstärke!). Alles in allem kann ich sagen, dass es sehr lohnend ist, die Welt mit einer etwas weiblicheren Brille zu sehen. Gut, mit den Beauty- und Modegeschichten kann ich trotzdem nicht viel anfangen (Clown Contouring??), aber dafür gibt es jede Menge zu entdecken, wenn man mal die Geschlechterklischees ablegt. Und ich fühle mich kein Stück weniger männlich. Allen anderen Männern da draußen kann ich sagen: Probiert ruhig auch mal was anderes und ein Frauenmagazin ist nicht nur etwas für Frauen! Ach ja, eine Duftkerze ist mir in diesem Monat kein einziges Mal begegnet!

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