An die Löffel!

Waren es vor kurzem Sushi & Co, die gesundheitsbewusste, trendige Genießerinnen am Teller hatten, sind sie jetzt auf die Suppe gekommen – ebenfalls asiatisch inspiriert.

Back to the roots!", analysiert Andrea Scholdan, Wiener Köchin, den aktuellen Suppentrend. Kaum ein Handelsbetrieb mehr, kaum eine Bäckereikette oder Fleischhauerei, die nicht auf Becher in feschem Design setzt, die ein mehr oder minder köstliches Süppchen bergen. „Früher ist die Familie rund um den großen Topf gesessen, jetzt besinnt man sich dieser Werte und erkennt, dass die Suppe zu den gesündesten Nahrungsmitteln gehört."
Doch nicht nur Mütter, die schnell ein bekömmliches Gericht am Tisch brauchen, bedienen sich des neuen alten Trendgerichts. „Zu uns kommen Studenten, Mittagspäusler und alle, die ein Zeitproblem haben und sich trotzdem sinnvoll ernähren wollen."

Das Suppito-Team

Erstaunliche 400 Liter werden im Suppito bereits pro Tag verkauft - jenem Shop, den die ehemalige Urologin Scholdan mit ihrer Partnerin Laurence Koblinger in Wien-Gumpendorf betreibt. Als eine der Ersten stiegen die geschäftstüchtigen Freundinnen 2007 ins Suppengeschäft ein. Und es boomt bis heute. Der neueste Clou: Jetzt kann man die Kreationen der beiden auch am Wiener Badeschiff am Donaukanal essen.
Alle sind nach der 5-Elemente-Lehre gekocht, laktose- und glutenfrei, ohne Konservierungsmittel und abgefüllt in recyclebaren Glasbehältern. Die Dauerbrenner der Suppito-Küche: die Rote-Rüben-Suppe mit Apfel und Kren und die orientalische Rote-Linsen-Suppe.

Gut versteckt und so gesund
Auf die Frage, wie gesund so ein Süppchen überhaupt sei, antwortet Eva Unterberger, Ernährungsberaterin von essenziell: „Suppe ist nicht gleich Suppe. Einen wertvollen Beitrag zur Nährstoffversorgung leistet sie dann, wenn sie zu 30 Prozent aus Gemüse besteht. Steht Schlagobers bei den Inhaltsstoffen ganz vorne, dann wandert mit dieser Suppe vermutlich die Kalorienmenge einer Hauptmahlzeit in den Magen." Zutaten müssen in mengenmäßig absteigender Reihenfolge gelistet sein. „Steht Gemüse an zweiter Stelle nach Wasser, so ist das positiv zu bewerten. Auch auf den Salzgehalt sollte man achten."


Weiter geht´s auf Seite 2.

Andrea Karrer: Zur Suppe! Nockerl, Knöderl & Co. Residenz-Verlag, € 19,90.

Suppito mit Biss: 2 Frauen 5 Elemente & 44 neue Rezepte. AV Buch, € 19,90.

Die studierte Medizinerin Scholdan sieht einen Vorteil der Suppenküche im Versteckenkönnen: „In einer gut gemachten Suppe kann alles drin sein, was gesund ist: Getreide, Gewürze, Gemüse. Das Feine daran: Man kann gute Zutaten verbergen, damit der Geschmack nicht penetrant in den Vordergrund tritt. Viele mögen besonders wertvolle Gemüsesorten nicht, die muss man aber nicht unbedingt rausschmecken - oft für Kinder und Jugendliche eine gute Idee! Und schnell gemacht."

Aber nicht nur unser Nachwuchs, auch ältere Menschen können zusätzlich profitieren. Unterberger: „Ihr Durstempfinden ist oft nicht mehr so stark ausgeprägt. Sie schaffen es oft leichter, über Suppen auf die täglich empfohlene Flüssigkeitsmenge zu kommen."

InlineBild (64911ee)

Suppe zum Mitnehmen


Ein weiterer Benefit ist die gute Verdaulichkeit. Die Zutaten sind quasi vorverdaut und werden vom Körper sehr gut aufgenommen. „80 Prozent der Menschen bei uns sind darmkrank. Egal ob Fastfood, die angeblich so gesunde Rohkost oder Salate - beides tut auf Dauer dem Magen nicht gut", resümiert Scholdan. Das dürfte auch der Grund sein, warum jetzt immer mehr ehemalige Rohköstler die wohltuende Wirkung einer gekochten Mahlzeit schätzen lernen. Ihr Wissen rund um dieses Thema geben die beiden Suppito-Köchinnen auch in Ernährungsberatungen und Kochkursen weiter. Wer sich vertiefen will, kann auch eines ihrer beiden Kochbücher studieren.

Eine häufige Frage, die auch Ernährungsberaterinnen immer wieder gestellt wird: Kann man mit Suppen abnehmen? „Das „American Journal of Clinical Nutrition" veröffentlichte eine 12-monatige Diätstudie, die zeigte: Wasserreich essende Personen haben weniger Hunger als jene, die auf Fettzufuhr achteten. Suppen können somit beim Abnehmen helfen - vorausgesetzt es handelt sich um ungebundene Suppen mit viel Gemüseeinlage", weiß Unterberger.


Weiter geht´s auf Seite 3.

Handgemacht aus der Wachau
Erst kürzlich unter die Suppenköchinnen gegangen ist Eva Grünberger aus Spitz an der Donau. Wenn sie gedankenverloren durch ihren riesigen Donaugarten und die zwei Gewächshäuser spaziert, dann tüftelt sie meist an einem neuen Rezept. Das Besondere an ihren Produkten: Die „Feinen Suppen aus dem Donaugarten" werden möglichst mit saisonalen und dazu großteils biologisch im eigenen Garten gezogenen Zutaten gekocht. Von Hand. „Bei mir landen nur die besten Gemüsestücke im Topf, am Höhepunkt ihres Reifegrades. Ich schmecke dann individuell ab und koche genau so, wie ich es sonst für meine Familie mache - nur in größeren Töpfen."


Die studierte Biologin ist überzeugt, dass der Suppentrend noch lange nicht seinen Trend-Peak erreicht hat: „Es ist ein ideales Gericht! Etwa wenn jemand den ganzen Tag im Büro sitzt und gesund, warm und schnell essen will." Selbstverständlich setzt Grünberger, die selbst drei Sprösslinge großzieht, auch auf die Mütter der Region. Um ihnen und ihren Kindern ein besonderes Geschmackserlebnis zu bieten, verwendet sie viele Kräuter aus dem Donaugarten, aber auch Gewürze aus aller Welt.
Besonders köstlich für unseren Gaumen beim Verkosten: die cremige Kürbissuppe mit Kernen, zart mit Curry gewürzt. Oder die Rote-Linsen-Suppe mit den heimischen Marillen.


Wie auch bei den Mitbewerbern kauft man bei Donaugarten ein Frischeprodukt. Heiß abgefüllt in einem 500-ml-Becher ist der Inhalt mindestens drei Wochen nach Herstellung genießbar. Die Suppen sind bis dahin ohne merkliche Qualitätsminderung gekühlt haltbar - obwohl keinerlei Konservierungsstoffe verwendet werden.

Suppe aus dem Supermarkt
An diese Regel der neuen Suppenbecher halten sich übrigens auch Hofer, Zielpunkt, Billa & Co: Deren oft hauseigene Produkte sind ebenfalls größtenteils frei von Geschmacksverstärkern und Haltbarkeit verlängernden Zusätzen. Fürs Erste braucht man also wirklich nicht sein eigenes Süppchen zu kochen - derzeit gibt es eine Menge Möglichkeiten, die Ergebnisse fremder Kochkünste zu schlürfen.

Andrea Scholdan verrät Ihnen drei Rezepte aus der Suppito-Küche:

Aktuell