Die Kaufmännin und der Wein

Wie man aus der Welt der Zahlen in die Welt der Trauben gelangt, dabei Familie und Arbeit unter einen Hut bringt und sich auch Ausgleich verschafft - erzählt Petra Hofbauer-Schmidt in unserem Winzerinnenporträt

„Der Wein ist in der Person meines Mannes Leopold in mein Leben getreten." Nachhaltig. Petra Hofbauer-Schmidt wuchs in einer Kaufmann-Familie auf, genoss selbst eine kaufmännische Ausbildung und erlebte die Selbstständigkeit der Eltern immer sehr positiv. Der Einstieg ins Weingut war daher eine klare und rasche Entscheidung. „Die Möglichkeit, Familie und Arbeit gut unter einen Hut zu bringen, für die Kinder jederzeit verfügbar zu sein und trotzdem einen erfüllten Beruf zu haben, erlebe ich als großes Glück."

Ihre Leidenschaft gilt dem Umgang mit Menschen. Die Winzerin liebt es, Kunden und Weinliebhaber am Weingut zu begrüßen, Verkostungen durchzuführen, Gastgeberin zu sein. Neben der Kundenbetreuung kümmert Petra Hofbauer-Schmidt sich um den Ab-Hof-Verkauf und das Marketing. Dazu gehört auch, Weingut und Weine gemeinsam mit ihrem Mann auf Veranstaltungen und Degustationen zu präsentieren.


Dass auf Österreichs Weingütern tendenziell der „Mann" im Vordergrund steht und für den Wein verantwortlich zeichnet, gilt für die Hofbauer-Schmidts nur teilweise. „Wir sind ein perfektes Team. Ich genieße meine vielseitigen, abwechslungsreichen Tätigkeiten und möchte nicht mit meinem Mann tauschen." Und ein bis zwei Tage pro Saison im Weingarten gehen sich immer aus, um „dranzubleiben" und den Wein als Naturprodukt zu erleben.

Weingut Hofbauer-Schmidt
Hohenwarth 24
A-3472 Hohenwarth-Mühlbach a. M
T:+43 (0)2957/221
F:+43 (0)2957/22 14
M:+43 (0)664/112 39 89
weingut@hofbauer-schmidt.at
Gibt es auch negative Seiten am Leben einer Winzerin? „Irgendwie ist nie Schluss. Ob Wochentag oder Wochenende, Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, so richtig abschalten und geistig wegkommen vom Wein geht eigentlich nicht. Und unsere Urlaube nützen wir, um fremde Weingegenden zu besuchen. Wir leben den Wein einfach. Aber das ist ja auch das Schöne an unserem Beruf."

Ausgleich verschafft sich Petra Hofbauer-Schmidt im Gespräch mit anderen Winzerinnen. Sich gegenseitig motivieren, voneinander lernen oder manchmal einfach nur jammern, das ist ihr wichtig. „Wir sprechen alle die gleiche Sprache, stehen vor ähnlichen Herausforderungen, da ist der Austausch untereinander eine große Kraftquelle."

Und wie genießt eine Frau, deren Leben sich um den Wein dreht, selbst am liebsten? „Ich liebe es, wenn wir zum Abendessen „fremde Weine" verkosten. Da wird spontan eine Flasche aus dem Keller geholt und blind verkostet. Wir zerlegen den Wein dann verbal, was meistens in philosophischen Gesprächen mündet. Diese innerfamiliären Verkostungen genieße ich ganz besonders."

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