Die Highlights des Donaufestival 2015

Am Freitag (24.4.) beginnt das Donaufestival in Krems. Wie jedes Jahr landen dort die schrägsten und eindringlichsten Konzerte, Performances und Ausstellungen der weltweiten Kunstszene. Heuer unter dem Motto Rebuilding the World.

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Waffenhändler. Oder ein Flüchtling. Und befinden sich mitten in einer Art Real-Life-Computerspiel. Die Zuseher gehen durch eine Installation, in der Hand einen Tablet-PC, der sie durch verschiedene Szenen lotst. Es geht um Krieg. Situation Rooms (Bild unten) heißt dieses „multimediale Rollenspiel“ der Künstlergruppe RiminiProtokoll, die für ihre partizipativen und aufsehenerregende Stücke, etwa 100 Prozent Wien, bekannt ist.

Rimini Protokoll Situation Room

RARITÄTEN

Konsequent also, dass Situation Rooms beim Donaufestival in Krems (jeden Festivaltag und auch an Zwischentagen) läuft, das selbst jedes Jahr aufs Neue für Aufsehen sorgt. Denn kein Festival für zeitgenössische Musik, Kunst und Performance verbindet so gekonnt Pop mit Avantgarde und Partystimmung mit Ernsthaftigkeit. Und zeigt künstlerische Produktionen aus aller Welt, die man sonst in Österreich nicht zu sehen bekommt. Heuer unter dem Motto: Rebuilding the World – die Frage also, welche utopischen Welten Kunst herstellen kann.

SINNESBESCHLEUNIGUNG

Zur Eröffnung morgen Freitag (24.4.) predigt in der Performance Monsanto Is The Devil der bekannte US-Künstler-Priester Reverend Billy (Bild unten) mit seinem Stop Shopping Choir in typisch absurder Art vom Wahnsinn zwischen Geld und Gier.

Reverend Billy am Donaufestival Krems

Anschliessend hofft Musiker Ben Frost, dessen jüngstes Album Aurora für Furore sorgte, gemeinsam mit Videokünstler MFO, dass wir uns bei ihrer Darbietung so fühlen, als säßen wir im Inneren eines Teilchenbeschleunigers.


HIGHLIGHTS

So ungefähr wird man sich ohnehin fühlen, wenn man alle der mehr als 70 Veranstaltungen besucht, die an zwei Wochenenden( 24. bis 26.4. und 30.4. bis 2. Mai) geboten werden. Denn eigentlich kann man alle Acts in die Rubrik „Highlight“ einreihen. Ob kanadischer Postrock von Godspeed You! Black Emperor, Melancholisches Klavier der US-Musikerin Grouper oder Singer-Songwriting von Scott Matthew aus Australien... Es gibt viel und es ist gut! Zumindest die Gruppe Miss Revolutionary Idol Berserker und ihre Performance Dawn of the Revolution (2.5.) sollte man auf jeden Fall noch mitnehmen. Denn die grelle Phantasie der japanischen Künstlerin Toco Nikaido bringt alle Sinne gehörig durcheinander. Und das ist doch die Hauptsache, wenn es um Kunst geht.


Donaufestival 2015, 24.4.bis 26.4. und 30.4. bis 2.5., Krems, Messehalle und verschiedene andere Orte.

Tipp: Für die Rückfahrt nach Wien lässt sich ein Shuttlebus (9 Euro) buchen. Infos: donaufestival.at.

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