Die Hälfte aller Frauen denken, ihre Vulva wäre nicht schön genug

Refinery29 hat 3670 Frauen gefragt, wie sie zu ihrer Vulva stehen – die Ergebnisse sind traurig und zeigen, dass "Vagina Shaming" auch im Jahr 2019 leider noch Thema ist.

Vulva

Der weibliche Körper scheint zu den größten Schlachtfeldern des Feminismus zu gehören. Ein Teil des weiblichen Körpers, die Intimzone, ist in jüngster Vergangenheit medial in den Vordergrund gerückt – etwa durch Bucherscheinungen wie 100 Vaginas oder Vagina: A Re-Education, Filme wie #FEMALE PLEASURE oder das Vulva-Memory der Künstlerin Gloria Dimmel. Alle Projekte eint das Ziel, Diversität darzustellen und zu zeigen, dass es so etwas wie eine „normale“ Vulva nicht gibt. Selbiges wurde auch schon wissenschaftlich bewiesen: Die Studie „Measurements of a ‘normal vulva‘: a cross‐sectional prospective single‐centre study“, die im British Journal of Obstetrics and Gynaecology veröffentlicht wurde, basiert auf der Vermessung der Vulven von 657 weißen Frauen zwischen 15 und 84 und zeigt: Für das Aussehen einer Vulva gibt es keine Norm.

Frauen fühlen sich hinsichtlich der Optik ihrer Vulva unsicher

Umso ernüchternder ist das Ergebnis der Umfrage von Refinery29: Von den 3670 befragten Frauen gaben 48 Prozent an, dass sie Bedenken hinsichtlich der Optik ihres Intimbereichs haben. Die Hälfte aller Frauen glauben, ihre Vulva, also der äußere und sichtbare Teil des Geschlechtsorgans, sei nicht schön genug. 64 Prozent gaben an, dass die Größe ihrer Vulva abnormal sein. 60 Prozent hatten hinsichtlich der Form und 30 Prozent bezüglich der Farbe Bedenken.

Meine sieht gar nicht so aus wie das, was man in Pornos so sieht

von anonym

Drastischer Anstieg von Intimchirurgie

Zahlen wie diese lassen den Anstieg von Plastischer Chirurgie im Intimbereich kaum mehr überraschend wirken: Schönheitschirurgische Eingriffe im Intimbereich haben seit dem Jahr 2015 um 45 Prozent zugenommen. Dass sich Frauen mit ihrer Vulva unsicher fühlen, würde hauptsächlich an dem Körper-Image, das durch Pornos und Werbung aus der Kosmetikindustrie vermittelt wird, liegen. Dazu kommt sogenanntes Vagina Shaming von Sexualpartner*innen wie die Umfrage von Refinery29 bestätigt: 32 Prozent der befragten Frauen gaben an, dass ihnen ein/e Partner*in schon oftmals das Gefühl gab, dass ihre Vulva nicht „normal sei“. 72 Prozent der Befragten vergleichen ihren eigenen Intimbereich mit den in Pornos dargestellten. „Meine sieht gar nicht so aus wie das, was man in Pornos so sieht“, erzählt eine Befragte, eine weitere findet ihre Vulva „viel größer“ als die Vulven aus Pornos.

Das Innere ist bei mir eben nicht so ein helles Pink wie man es in Pornos sieht

von anonym

Alles in allem sind 36 Prozent aller Befragten nicht glücklich mit ihrer Vulva, 22 Prozent sind gänzlich unzufrieden und 16 Prozent stehen ihrem Intimbereich neutral gegenüber. Mit 34 Prozent würde über ein Drittel der Frauen etwas an der Optik ihrer Vulva verändern. „Ich bin Latina. Das Innere ist bei mir eben nicht so ein helles Pink wie man es in Pornos sieht“, erzählt eine der Befragten. Damit gehört sie zu den 18 Prozent, die einen plastischen Eingriff im Intimbereich in Zukunft in Erwägung ziehen. Von den 81 Prozent, die schon einmal von Intimchirurgie gehört haben, denken drei Prozent ernsthaft darüber nach und ein Prozent der Frauen hatte bereits einen schönheitschirurgischen Eingriff.

 

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