Die Getriebenen

Wenn der Gedanke an Einsamkeit krank macht

Wenn der Gedanke an Einsamkeit krank macht.

Text Tanja Amann

Überfällt Sie Panik, wenn Sie freitags fürs Wochenende noch nichts vorhaben? Sind Sie dauerbeschäftigt? Jagen Sie nach der Arbeit von einem Event zum anderen? Stürzen von einer Beziehung in die nächste? Und Horror lässt sich für Sie ganz einfach definieren: Allein daheim sein.
Willkommen im Reich der Solophobiker! In einer Welt der Rastlosigkeit, der Vollbeschäftigung – der Angst vor dem Alleinsein.

„Wenn ich allein zu Hause sitze, fällt mir die Decke auf den Kopf“,

beschreibt Anna, 27, das Gefühl, das in ihr entsteht, wenn sich Stillstand in ihren Alltag schleicht. An „guten“ Tagen putzt sie die Wohnung, an schlechten verfällt die Marketingassistentin in eine Art Depression: „Ich fühle mich leer und frage mich nach dem Sinn in meinem Leben.“

Ganz anders der 37-jährige Bertram. Der hat sich extra eine Angel gekauft, um „ohne aufzufallen“ stundenlang in die Luft starren zu dürfen. In den Augen der anderen betreibt er ein Hobby. Für Bertram ist es die Lizenz zum Nichtstun. „Keiner wundert sich darüber, dass ich irgendwo rumsitze und blöd in die Gegend schaue“, sagt er. Fische fängt er keine. Darum gehe es nicht. Es geht darum, dass wir immer mehr verlernen, das Alleinsein zu genießen…






Aktuell