Die geheimsten Wünsche von Müttern

Ja, eigentlich haben wir alles. Und trotzdem gäbe es da eine Wunschliste voll mit nicht ganz konventionellen Dingen, die man sich (noch) nicht kaufen kann.

Achtung, an alle Forscher(-innen), Entwickler(-innen), Entrepreneurinnen und Entrepreneure sowie Innovator(-innen)! Hier kommt eine ganze Reihe von potrenziellen Innovationen, für die Eltern wahrscheinlich VIEL Geld ausgeben würden:

1. Kinder-Kippe

Ein Bett, das die Kinder in der Früh ganz automatisch und vor allem zeitgerecht auskoppt und ganz immun gegen etwaige Proteste ist. Für Eltern, deren kleiner Liebling so gar nicht schlafen will, ist das wahrscheinlich ein Luxusproblem. Aber es kostet trotzdem enorm viel Zeit und Nerven in der Morgenroutine ...

2. Multitasking-Tisch

Ein Tisch, dessen Tischbeine nach jeder Mahlzeit alle Brösel unter selbigem wegfegen, einsaugen oder was auch immer - Hauptsache, weg! Ja, gäbe es Alternativen in Form von Staubsaugerrobotern. Aber bei dem Wald an Tisch- und Stuhlbeinen wäre das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Da ist immer noch tatkräftige Handarbeit angesagt - es sei denn, man nennt einen alles fressenden Hund sein Eigen.

3. Haushalts-Aufklärung

Intensive Volkshochschulkurse für Kinder mit folgenden Lerninhalten: "Leere Milchpackerln muss man nicht in den Kühlschrank zurückstellen", "Müll runtertragen tut gar nicht weh" oder "Selbst Kleidung in den Kasten räumen - leicht gemacht, Teil 1, 2 und 3". Was sie anderswo lernen, wirkt halt immer nocht besser ...

4. Kreisch-Dimmer

Ein Lautstärkeregler, mit dem Mütter den von den lieben Kleinen verursachten Lärmpegel stufenlos senken können - und das natürlich mit Fernbedienung. Ja, und dieses Ding müsste natürlich auch außer Haus verwendbar sein.

5. Ohren-Spitzer

Ein Hörapparat, der unsere Sprösslinge die für sie unangenehmen mütter- oder vaterlichen Ansagen nicht ständig überhören lässt - sondern diesen sogar ein paar Dezibel mehr einhaucht. Und das ganz ohne dass frau oder man schreien muss.

6. Akustik-Glas

Diese Vorrichtung kennen wir zumindest aus Filmen gut: eine Trennscheibe zwischen der erste und zweiten Reihe im Auto, die sich bei Bedarf einfach hochfahren lässt. Damit müssten wir Eltern uns das Gezeter und Gezänk in den hinteren Reihen nur dann anhören, wenn wir wirklich guter Dinge sind. Wie das wohl die Unfallstatistik verbessern würde?

7. Chaos-Zimmer

Ein Raum, in den wir nur selten gehen müssen und wo die Kinder nach Herzenslust alles liegen und stehen lassen können. Ach! Ich Luxusweib! So einen Raum nennen wir unser Eigen! Schön ist er noch dazu. Nur sollten auch die Kinder sich mit wachsender Begeisterung dort aufhalten und den Saustall tatsächlich auf dieses Zimmer beschränken - ein Wunsch ans Christkind. Oder anders gesagt: derzeit noch völlig aussichtslos.

8. Langeweile-Killer

Ein Mir-ist-so-fad-inator, frei nach Heinz Doofenschmirtz (Phineas und Ferb birgt kindliches Suchtpotenzial auf Disney Channel - KennerInnen wissen, wovon ich spreche). Aber im Ernst: irgendein Gerät, das den Satz "Mir ist sooo fad!" beseitigt. Einfach löscht. Weg. Meine Anti-fad-Vorschläge - lise ein Buch, klopf bei den Nachbarskindern, holt euch den Roller/das Fahrrad ... - taugen in den Augen meiner Kinder ohnehin nichts, niente, pfui!

9. Uhren-Manipulator

Eine Zeitschaltuhr, mit der sich bei Bedarf noch ein zusätzliches 15. Stündchen in den Tag reinschieben lässt. Also eigentlich in so gut wie jeden Tag.

10. Mutter-Tröster

Jemand, der uns ab und zu liebevoll und aufmunternd auf die Schulter klopft und uns bestätigt, dass wir das Kind und alles andere trotz aller Herausforderungen ganz wunderbar schaukeln.

11. Nervendoppler

Ein Stahlseil, mit dem wir schwächelnden Mutternerven anchhaltig verstärken können. Dieses müsste ebenfalls problemlos transportabel sein - etwa in Arztordinationen oder zum Elternsprechtag.

12. Memory-Boost

Ein bisschen mehr Arbeitsspeicher für mein Hirnkastl, damit ich mir nebst meinen eigenen Terminen und Tasks auch noch jene (zahllosen) der Kinder merken kann: Schule, Hort, Hausübung, Therapie, Ausflüge, Unterschriften und so weiter und so fort. Pffft!
Darum, liebe LehrerInnen dieser Welt! Seid nicht bös, wenn wir nicht alles sofort und gleich auf die Reihe bekommen. Eure Zettelflut überfordert uns! Ehrlich.

13. Hüftschoner

... und natürlich Schokolade, die nicht dick macht.


Dieser Artikel erschien erstmals im Print-Magazin WIENERIN mit Kind, Ausgabe Oktober 2015.
Mehr von Birgit Strohmeier auf ihrem Blog muttis-blog.net.

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