Die französische Stilikone, über die gerade alle sprechen, im Interview

Keiner gelingt die Mischung aus Eleganz und Tomboy-Chic so wie ihr: Caroline de Maigret eroberte mit ihrem Style die Best-Dressed-Listen im Sturm und gilt nicht umsonst als Stilikone.

Sie ist cool. Mehr müsste man über die Französin Caroline de Maigret eigentlich gar nicht schreiben. Denn diese drei Worte sind die Essenz aus ihrem äußeren Erscheinungsbild, das Karl Lagerfeld mittlerweile seit zwei Jahrzehnten inspiriert, ihrer Karriere, die sie als Model und Musikproduzentin lebt, und ihrer Einstellung zum Leben, die sie uns im folgenden Interview verrät. Dennoch ist dieser aufs Minimum reduzierte Satz natürlich lange nicht genug.

Caroline de Maigret
Über die Tochter aus einem polnisch-französischen Adelsgeschlechts, die derzeit mit ihren Outfits und ihrer Attitüde als Inbegiff des Pariser Rive-Gauche-Stils gilt, möchte man natürlich so viel wie möglich erfahren.

Die erste Frage ist eine ganz leichte Übung:

Madame de Maigret, was tragen Sie heute?
Ich trage Nike-Sneakers, eine Jeans von Frame, eine Bluse von Equipment und einen Blazer im Tuxedo-Stil.

Wie lange hat es gedauert, dieses Outfit zusammenzustellen?
Zehn Sekunden. Ich nehme mir nie viel mehr Zeit für mein Styling. Aber ich habe sehr viel Zeit darin investiert, meinen Stil zu finden. Jetzt kann ich alles aus meinem Schrank ganz einfach miteinander kombinieren, ohne darüber nachzudenken.

Finden Sie, dass Mode heute insgesamt einen zu hohen Stellenwert eingenommen hat?
Mir gefällt eine bestimmte Entwicklung nicht. Ich mag es nicht, wenn sich bei Menschen das ganze Leben ausschließlich um ihr Aussehen und das Outfit dreht. Das ist mir persönlich zu oberflächlich.

Das Interview wird kurz vom Lärm eines vorbeifahrenden Busses unterbrochen. Denn Caroline de Maigret sitzt nicht wie abgemacht an einem ruhigen Ort, um mit mir am Telefon zu plaudern. Sie läuft mit dem Smartphone am Ohr quer durch St. Germain, auf der Suche nach einem Taxi, damit die Umgebung etwas ruhiger wird. Zwischendurch trifft sie noch eine Freundin, mit der sie – während ich in der Leitung bin – kurz plaudert. Sie tut das mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit, die man von einer Pariserin eigentlich auch erwartet …

Sie verkörpern den modernen Pariser Stil. Können Sie sich erklären, warum ihn so viele Frauen auf der ganzen Welt kopieren wollen?
Zuerst finde ich es interessant, dass Frauen diese Lebensart und diesen Stil viel spannender finden als Männer. Das ist wirklich ein Phänomen. Ich glaube, dass sich da ein Mythos entwickelt hat, den man sehr leicht aufklären könnte.

Bitte sehr …
Pariser Frauen sind nicht perfekt. Der Unterschied ist, dass sie damit sehr gut leben können. Außerdem besprechen sie gewisse Themen nicht in der Öffentlichkeit.

Was sind das für Themen?
Es wird nicht über das Fitness­center gesprochen, obwohl die Pariserinnen natürlich auch reihenweise dorthin gehen. Genauso diskret wird das Thema Friseur oder Kosmetikerin behandelt. Das Wort Diät kommt auch kaum einer Frau über die Lippen, das Abnehmprogramm bleibt in den eigenen vier Wänden. Das empfinden viele Pariser Frauen als zu uninteressant für die Öffentlichkeit. Sie wollen lieber mit intellektuellen Themen in Verbindung gebracht werden.

Sie stammen aus einer adeligen Familie. Hat dieser Background für einen gewissen Grundstock an Selbstbewusstsein gesorgt?
Ja, natürlich. Denn ich habe von meiner Familie gelernt, dass man immer neugierig bleiben muss und sich so viel Wissen wie möglich aneignen soll. Nichts anderes ist das Geheimnis hinter einem selbstbewussten Menschen. Denn wer viel weiß, kann sich auch in jeder Gesellschaft gut unterhalten und muss niemals Angst vor einem Gespräch haben. Das möchte ich auch meinem Sohn weitergeben.

Von allen kreativen Menschen, die Sie im Laufe ihrer Karriere getroffen haben, wer hat den größten Eindruck auf Sie gemacht?
Mein Mann Yarol Poupaud. Ich bin fasziniert von Menschen, die eine echte Leidenschaft haben. Er wusste bereits mit acht Jahren, dass er Gitarrist werden wollte. Egal, was in seinem Leben passiert, er wird immer Musik machen. Das war immer sehr inspirierend für mich und hat mir gezeigt, dass man immer lieben muss, was man tut.

Sie tanzen seit 20 Jahren auf dem Mode­parkett. Wie hat sich das Schönheitsideal in dieser Zeit verändert?
Heute geben sich Frauen endlich selbst die Erlaubnis, auch in einem reiferen Alter noch verführerisch zu sein. Wir sind in einer Zeit angekommen, in der Frauen einfach die sein dürfen, die sie sind. So war es auch für mich sehr gesund, nach einer längeren Pause erst wieder mit 35 in die Modewelt einzusteigen. Diesmal mit mehr Kurven und mehr Falten im Gesicht. Und das ist gut so.

Für Lancôme entwickelte Caroline de Maigret eine eigene Make Up Linie: "Parisian Inspiration by Caroline de Maigret". Das Herzstück der Kollektion ist die Schminck-Cluch im Design eines Notizbuchs. Ganz "effortless".

Hier Video dazu:
  • Geboren am 18ten Februar 1975 in Neuilly-sur-Seine, begann Caroline de Maigret 1993 ihre Karriere als Model vor der Linse von Mario Testino.

  • 2006 gündet sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Yarol Poupaud das Musik Label Bonus Tracks Records.

  • Ihren Styleguide »How to be Parisian« präsentierte sie kürzlich gemeinsam mit stylebop.com auf einer großen Party in München. Das Buch ist natürlich auch im Onlineshop erhältlich.

  • Als Gesicht von LANCÔME entwickelte Caroline de Maigret jetzt auch ihre eigene Make-up-Palette. Limitiert erhältlich ab Mitte August.

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